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19.09.2000 - Sydney (dpa) - Mit den Goldmedaillen um den Hals erwies die «Vierer-Bande» um Jens Lehmann und Robert Bartko der Witwe und den Töchtern des verstorbenen Robert Lange die Ehre. Mit ihren Rädern fuhren die Stars hoch zur Tribüne und präsentierten das Edelmetall. Der fünfte Olympiasieg eines deutschen Bahn-Vierers wurde der Familie des im März bei einem Autounfall auf Mallorca tödlich verunglückten Bundestrainers gewidmet.
«Wir wollten seine Arbeit, die er angefangen hat, vollenden. Wir wollten ihn nicht enttäuschen. Die Zeit hat gezeigt, dass wir es geschafft hatten», sagte Guido Fulst nach dem Fabel-Weltrekord.
Der 52-jährige Lange, der nach der Atlanta-Pleite den umstrittenen Wolfgang Oehme ablöste, war im Frühjahr auf der Ferieninsel im Rad- Training von einem Auto in einer unübersichtlichen Kurve erfasst worden - und erlag im Krankenhaus von Palma seinen Verletzungen. Bernd Dittert, 1988 Bronzemedaillengewinner, wurde zu seinem Nachfolger auserkoren.
Doch Dittert hat es nicht einfach in seinem Job, steckt im Zwiespalt der Gefühle. «Es gab viele, die haben gesagt, der setzt sich ins gemachte Boot», bekannte er nach der Goldfahrt und gab zu: «Das ist kein schönes Gefühl, aber da muss man durch.» Nach Sydney soll der vorläufige «Vertrag auf Bewährung» des Coaches verlängert werden.
«Sicherlich haben wir dem Robert Lange viel zu verdanken, aber wir sollten nicht Bernd Dittert vergessen. Er hat uns auf den Punkt topfit gemacht, ein Superteam geformt», lobte Lehmann. Denn Dittert hatte es nicht immer leicht mit seinen Männern: Fast acht Wochen am Stück waren die Gold-Radler zusammen: «Das war nicht immer einfach, aber wir haben uns immer wieder zusammengerauft», sagte der neue Bundestrainer.
Besonders seine beiden Stars Lehmann und Bartko hatten in der Stunde des Triumphes ihren Emotionen freien Lauf gelassen. Lehmann weinte hemmungslos, sank auf die Knie und küsste den Boden. «Er hat ein wenig nach Holz geschmeckt», verriet der Team-Senior, der im Einzel Silber hinter Bartko gewann.
Doppel-Olympiasieger Bartko nahm Gisela Lange, die mit ihren Töchtern Laura und Verena nach Sydney gekommen war, in den Arm: «Ich habe ihr gesagt, dass es ein Sieg für ihren Mann war. Und sie hat uns gesagt, dass es so in ihrem Sinne war.»
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