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"Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich jetzt Zweiter der Tour bin!"
(Gerolsteiner-Profi Bernhard Kohl nach der 15. Tour-Etappe)
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21.05.2001 -
Lucera (dpa) - Nach dem schwierigen Giro-Beginn für Jan Ullrich hatte das Team Telekom Grund zum Feiern. Danilo Hondo (27) gewann die 2. Etappe der 84. Italien-Rundfahrt über 167 km von Fossacesia nach Lucera und feierte damit den größten Erfolg seiner vierjährigen Profi-Karriere.
Auf der ansteigenden Zielgeraden gab der bärenstarke Cottbuser, in der Sprinter-Hierarchie im Team Nummer 2 hinter dem beim Giro abwesenden Erik Zabel, der Konkurrenz das Nachsehen. Der letzte Giro-Etappensieg eines deutschen Profis war 1997 auf das Konto des Kölners Marcel Wüst gegangen, der durch seine Augenverletzung am Karriereende steht. Der 27-jährige Belgier Rik Verbrugghe verteidigte sein Rosa Trikot, das er sich nach dem Prolog übergestreift hatte.
Der nicht unbedingt erwartete Erfolg in Lucera war der dritte Saisonsieg für Hondo, der vorher die Rundfahrt von Bern und in Belgien eine Etappe der «Drei Tage von Panne» gewonnen hatte. «Ich bin überglücklich. Die Mannschaft hat super für mich gearbeitet. Wir waren vorher über die schwierige Zieleinfahrt informiert worden. Trotzdem hätte ich die Sprinter Cipollini und Quaranta vorn erwartet. Ich hatte mir vor dem Giro vorgenommen, unbedingt eine Etappe zu gewinnen. Ich ergänze mich mit unserem zweiten Sprinter, Giovanni Lombardi, gut und gehe davon aus, dass er mir weiter zur Seite steht. Wenn ich einen schlechten Tag erwischen sollte, würde ich ihm natürlich auch helfen», sagte Hondo, der sich seine ersten Profi- Sporen beim Team Agro Adler verdient hatte.
Der Weltmeister im Bahnvierer von 1994 wechselte nach den Olympischen Spielen von Atlanta ins Profi-Lager. «Ab dem Alter von 14 kann man bei mir von einem systematischen Trainingsaufbau sprechen», berichtete Hondo, der ähnlich wie Ullrich und Zabel das Einmaleins des Radsports auch auf einer Kinder- und Jugendsportschule der DDR erlernt hatte. Zeitgleich mit dem Tagessieger fuhr auch sein Kapitän Ullrich über die Zielinie, der am Vortag auf die Schnellsten noch fast zwei Minuten verloren hatte. Vom Weltcup-Gewinner trennen Hondo nach eigenem Bekunden aber noch Welten: «Ich hoffe auf eine ähnliche Karriere. Ihm zu folgen, wäre sensationell», sagte Hondo.
Die Kürze der Etappe hatte vier Hinterbänkler schon nach sieben Kilometern zu einer Attacke gereizt. Die Prominenz im Feld konnte es sich leisten, erst spät auf das Quartett der Unbekannten zu reagieren. Die Mannschaften mit den aussichtsreichen Sprintern in ihren Reihen hatten dafür gesorgt, dass die Ausreißer 24 km vor dem Ziel gestellt waren.
Allerdings erwies sich die Anfahrt zum Ziel in Lucera - sie führte durch verwinkelte und stark ansteigende Straßen - für Mario Cipollini und Co. komplizierter als gedacht. Das Feld kam auseinandergezogen auf die Zielgerade, doch Hondo hatte sich rechtzeitig eine optimale Position gesichert. Kurz vor dem Zielstrich hatte er den Spanier Rafael Mateos niedergekämpft und auf den zweiten Rang verwiesen.
Was den Gesundheitszustand Ullrich betraf, hatte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage schon am Start Entwarnung gegeben: «Der festsitzende Schleim löst sich, es geht ihm schon besser. In zwei bis drei Tagen ist er über den Berg und wird sich hoffentlich kontinuierlich steigern.» Der Olympiasieger aus Merdingen war mit einer leichten Bronchitis am vergangenen Donnerstag nach Italien angereist und wurde mit Antibiotika behandelt.
Die 3. Etappe führt am Dienstag über 149 km von Lucera nach Potenza über welliges Streckenprofil. Einen Tag später folgt das erste Giro-Highlight auf den Montevergine mit einer 17 km langen Schlusssteigung.
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