Vorschau 2. Strade Bianche

Women´s WorldTour startet auf den weißen Straßen der Toskana

Von Felix Mattis aus Siena


Ashleigh Moolman-Pasio (Cervelo-Bigla) führt das Feld bei der 2015er Auflage der Strade Bianche an. | Foto: Cor Vos

04.03.2016  |  (rsn) - Ein Jahr nach der Erstauflage der Strade Bianche für Frauen stellt das Rennen in der Toskana 2016 einen wichtigen Fixpunkt in der Geschichte des Sports dar: Am Samstag nämlich beginnt auf den weißen Schotterstraßen der Toskana die erste Saison der WorldTour, die wie vor zwölf Jahren bei den Männern nun auch bei den Frauen den Weltcup ersetzt.

Die Szene hofft, den Wachstum des Frauen-Radsports so weiter voranzutreiben und durch eine 35 statt nur neun Renntage umfassende Serie eine Geschichte über die gesamte Saison hinweg erzählen zu können. "Strade Bianche ist in jedem Fall ein ideales Rennen, um sie starten zu lassen", sagte Weltmeisterin Lizzie Armitstead (Boels-Dolmans) auf der Pressekonferenz in Siena am Vortag des Rennens direkt am Piazza Il Campo, der bilderbuchartigen Ziel-Szenerie.

"Es ist eines der härtesten Rennen der Saison, nicht nur wegen der Anstiege, sondern auch wegen der Schotterpassagen. Außerdem findet es in einer der wunderbarsten Regionen statt und es sind viele Zuschauer da", so die Britin weiter.

Die Strecke: Armitstead liegt nicht falsch, wenn sie den Kurs rund um Siena als hart beschreibt. Sieben Sektoren beziehungsweise 22,4 Kilometer auf den weißen Schotterstraßen der Toskana stehen auf dem Programm - hinzu kommt im ersten Renndrittel ein fünf Kilometer langer und 300 Höhenmeter überbrückender Anstieg zum Passo del Rospatoio, der bei Kilometer 28,7 überquert wird sowie ein über die gesamte Distanz hügeliges Terrain - echte Flachstücke sind Fehlanzeige.

Weil das Frauen- genau wie das Männerrennen in diesem Jahr nicht in San Gimignano, sondern direkt in Siena startet, fallen die ersten 30 flacheren Kilometer aus dem Vorjahr weg. Trotzdem hat sich die Gesamtdistanz um 18 auf 121 Kilometer verlängert und durch den Passo del Rospatoio ist auch die Höhenmeterzahl deutlich angestiegen.

Der längste Schotter-Sektor wartet nach 60 Kilometern bei Lucignano d'Arbia (Sektor 3) und führt über 9,5 Kilometer, während denen es meist leicht bergauf geht. Anschließend folgen noch einmal 15 weniger turbulente Kilometer, bevor die letzten 30 Kilometer des Tages einer Achterbahnfahrt gleichen - ständig auf und ab mit drei weiteren Schotter-Abschnitten. Die Entscheidung fällt schließlich in Sienas Altstadt, wo auf dem Schlusskilometer bis zu 16 Steigungsprozente erreicht werden.

Die Favoriten: Auch wenn Armitstead erklärte, dass sie sich in den Anstiegen beim Omloop Het Nieuwsblad nicht so stark fühlte wie auf dem Kopfsteinpflaster, so ist die Titelverteidigerin in der Toskana Top-Favoritin - und davon könnte wie schon im Vorjahr ihre Teamkollegin Megan Guarnier (Boels-Dolmans) profitieren, die 2015 rund 20 Kilometer vor dem Ziel attackierte und nicht mehr eingeholt wurde.

Die größte Herausforderin des Boels-Dolmans-Duos ist, ebenfalls wie bereits 2015, Elisa Longo Borghini (Wiggle-High5). Die Vorjahresdritte gilt als starke Bergfahrerin und kommt, wie ihr Flandern-Sieg 2015 beweist, auch mit unebenem Untergrund gut klar. An Longo Borghinis Seite fährt Emma Johansson aus Schweden, die ebenfalls für den Sieg in Frage kommt.

Zum Favoritenkreis gehören außerdem Ashleigh Moolman-Pasio (Cervelo-Bigla), Annemiek Van Vleuten (Orica-AIS) und Alena Amialiusik (Canyon-SRAM) sowie gleich ein ganzes Quartett von Rabobank-Liv: Lucinda Brand, Pauline Ferrand-Prevot, Kasia Niewiadoma und Anna Van der Breggen. Interessant dürften auch die Auftritte der ehemaligen Giro-Siegerin Claudia Lichtenberg (Lotto-Soudal) aus München sowie des Schweizer Duos Nicole Brändli und Jolanda Neff von Servetto Footon werden.

Die Teams: Alé Cipollini, Aromitalia Vaiano, Astana, BePink, Boels-Dolmans, BTC City Ljubljana, Canyon-SRAM, Cervelo-Bigla, Cylance, Hitec Products, Inpa Bianchi, Lensworld-Zannata, Lotto-Soudal, Orica-AIS, Parkhotel Valkenburg, Poitou-Charentes Futuroscope 86, Rabo-Liv, S.C. Michela Fanini, Servetto Footon, Liv-Plantur, Tibco-SVB, Top Girls Fassa Bortolo, Wiggle-High5

Die Schottersektoren (Beginn, Name, Länge):
1., KM 11: Vidritta (2,1 km)
2., KM 40: Murlo (5,5 km)
3., KM 60: S. Martino in Grania (9,5 km)
4., KM 86: Guistrigona (1,0 km)
5., KM 97: Monteaperti (0,8 km)
6., KM 102: Colle Pinzuto (2,4 km)
7., KM 109: Le Tolfe (1,1 km)

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