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"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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22.05.2001 -
Lucera (dpa) - Die Tour de France könnte auf Jan Ullrichs Prioritätenliste ab nächstes Jahr auf Platz zwei rücken. Der Giro d`Italia hat es ihm angetan. Sollte im Juli der zweite Sieg in Frankreich glücken, plant der Olympiasieger einen Kurswechsel.
«Ich brauche es nicht, drei- oder vier Mal die Tour zu gewinnen. Ein Giro- Sieg wäre ein Traum. Das könnte im nächsten Jahr ein großes Ziel sein. Dafür müsste ich mich dann ganz anders vorbereiten», sagte Ullrich im süditalienischen Wallfahrtsort San Giovanni Rotonda, wo das Telekom-Team nach der 2. Etappe des 84. Giro untergebracht war.
Nach den Gelben Trikots der Tour (1997) und der Vuelta (1999) fehlt Ullrich nur noch das in diesem Jahr noch unerreichbare «Maglia Rosa». Mit einem Dreifach-Erfolg würde sich der gebürtige Rostocker unter die ganz Großen des Metiers einreihen: Jacques Anquetil, Felice Gimondi, Eddy Merckx und Bernard Hinault. An die Fähigkeit zur Nachahmung besonderer Kunststücke wie sie zuletzt Miguel Indurain (1992/93) und Marco Pantani (1998) mit ihren Giro/Tour-Doppelsiegen vormachten, glaubt Ullrich nicht: «Ich kann nicht zwei Rundfahrten in einem Jahr gewinnen.»
Teamleiter Rudy Pevenage weiß, dass seinen Schützling der besondere Rekord reizt: «Jan hat seit langem im Kopf, alle drei großen Rundfahrten zu gewinnen. Der Giro fehlt ihm noch.» Als PR- Stratege findet auch Ullrich-Manager Wolfgang Strohband Gefallen an der Option: «Siege in allen Rundfahrten - das ließe sich gut vermarkten. Der erste Tour-Sieg eines Deutschen ist doch ohnehin nicht mehr zu toppen». Sollte Ullrich sein Vorbereitungsprogramm ändern, stünden auch mögliche Klassiker-Siege auf dem Wunschzettel. Sein Blick in die Zukunft reicht aber vorerst nur bis zum Vertragsende 2003: «Danach entscheide ich, ob es noch Spaß macht.»
In diesem Jahr hat die Tour noch uneingeschränkt Vorfahrt. Seine Giro-Premiere soll Ullrich den Weg zum zweiten Triumph ebnen. Der Abstecher nach Italien macht ihm Spaß, die Erkältungssymptome klingen ab («hätte ich Fieber bekommen, wäre ich ausgestiegen»), und die italienische Mentalität hebt seine Stimmung. «Die Tour ist vielleicht noch perfekter organisiert, aber die Italiener sind mit mehr Herz dabei, die Begeisterung ist größer», fasste Ullrich seine ersten Giro-Eindrücke zusammen. Küsse auf die Wange von wildfremden Bewunderern verwirren ihn nicht mehr. Sogar die üblichen kleinen Gewichtsprobleme nimmt er auf die leichte Schulter: «Soßen gibt`s nicht mehr für mich.»
Nach dem Ausfall Francesco Casagrandes, den Ullrich als harten Widersacher bei der Tour erwartet, ist Pantani mehr denn je sein Favorit auf den Giro-Sieg: «Ich habe ihn selten so stark gesehen.» Das Fehlen des italienischen Exzentrikers bei der Tour bedauert Ullrich: «Ich finde seinen Ausschluss nicht so gut. So eine schillernde Figur gehört dazu.» Einen Überraschungs-Coup beim Giro wie er ihm vergleichsweise 1999 gelang, als Ullrich ohne große Ambitionen in die Vuelta ging und sie gewann, traut sich der Zeitfahr-Weltmeister von 1999 nicht zu: «Ein Sieg hier in diesem Jahr ist unmöglich.»
Sein Formaufbau für den Saisonhöhepunkt im Juli sieht so aus, dass Ullrich in der letzten Giro-Woche «zu den Besten gehören» möchte. Einen ersten ernsthaften Tour-Test könnte er am 3. Juni beim 55,5 km langen Einzelzeitfahren von Sirmione nach Salo am Gardasee abliefern. «Aber da werde ich noch nicht bei 100 Prozent sein», sagte Ullrich. Die muss der Liebling der deutschen und italienischen Sportfans erst am 7. Juli erreicht haben, wenn die Tour in Dünkirchen startet.
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