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21.09.2008 - (sid/rsn)- Alberto Contador (Astana) hat die 63. Vuelta a Espana gewonnen. Das Goldtrikot des 25-jährigen Spaniers geriet auf dem 21. und letzten Teilstück über 102km von San Sebastian de los Reyes nach Madrid wie erwartet nicht mehr in Gefahr. Der Astana-Kapitän siegte vor seinem Teamkollegen, dem US-Amerikaner Levi Leipheimer und dem spanischen Tour-Sieger Carlos Sastre (CSC-Saxo Bank). «Ich bin stolz darauf, die Vuelta gewonnen zu haben. Seit wir im Februar erfahren hatten, dass wir nicht bei der Tour de France starten durften, war die Vuelta mein großes Saisonziel», sagte Contador am Sonntag in Madrid.
Den Tagessieg in der spanischen Hauptstadt sicherte sich der Däne Matti Breschel (CSC-Saxo Bank) vor dem Weißrussen Alexandre Usov (Ag2r). Rang drei belegte der Italiener Davide Vigano (Quick.Step).
Für Contador war der Gesamtsieg bei der Vuelta nach dem Tour-Sieg 2007 und dem Giro-Triumph 2008 der dritte große Rundfahrterfolg in Folge. Ein Künstück, das bisher nur nur den beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault, dem "Kannibalen" Eddy Merckx aus Belgien sowie dem Italiener Felice Gimondi gelang. "Dieses Jahr wird mein Leben für immer verändern. Ich will eigentlich nur Rennen gewinnen und nun habe ich die drei wichtigsten Rundfahrten gewonnen - unglaublich", sagte Contador, der den Grundstein zum Vuelta-Gesamtsieg mit zwei Siegen auf der 13. und 14. Etappe in den spanischen Bergen gelegt hatte. Anfang Juni hatte Contador den Giro d'Italia gewonnen. Seinen Vorjahressieg bei der Tour de France konnte er nicht wiederholen, da sein Astana-Team wegen dessen Dopingskandalen 2007 nicht eingeladen war.
Die Konkurrenz zeigte sich angesichts der Stärke Contadors verblüfft. "Er ist extrem stark. Er ist noch keine 26 Jahre alt und hat schon alle drei Rundfahrten gewonnen. Das ist sehr beachtlich", sagte Stefan Schumacher (Gerolsteiner), der drei Tage vor Schluss im Hinblick auf die WM in Varese ausgestiegen war.
Beachtlich, aber auch genauso fragwürdig war Contadors Leistung in der Tat. Denn die Vergangenheit des Kletterkünstlers ist bekannt. Als Zögling von Manolo Saiz, einer der Hauptfiguren im Dopingskandal um den Madrider Arzt Eufemiano Fuentes, hatte Contador einst die Radsporbühne betreten. Auf der vermutlichen Kundenliste von Fuentes mit über 50 Fahrern, darunter auch Jan Ullrich und Ivan Basso, wurde sein Name zunächst ebenfalls geführt, ehe "A.C". wie von Geisterhand plötzlich wieder verschwand.
Ob das spanische Sportministerium eine bewusste Selektion durchführte, bleibt wohl für immer ungewiss. Dem spanischen Superjahr 2008 war es jedenfalls nicht abträglich. Contador gewann in diesem Jahr Giro und Vuelta, Carlos Sastre die Tour und Samuel Sanchez holte sich den Olympiasieg in Peking. Zudem ließen die Fußballer Spanien bei der EM jubeln und Rafael Nadal stürzte Roger Federer vom Tennis-Thron.
Für die deutschen Fahrer gab es bei der Vuelta nichts zu holen. Gewannen Erik Zabel, Bert Grabsch und Andreas Klier noch im Vorjahr jeweils eine Etappe, gingen die deutschen Fahrer in diesem Jahr leer aus. Zabel fuhr bei den Sprints mal mehr, mal weniger hinterher. Andreas Klöden kam nicht über die Helferrolle für Contador hinaus. Schumacher nutzte die Rundfahrt nach der Pleite von Peking zum Formaufbau.
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