Profi-Radsport

Wegen Zahlungen an Fuentes-Konto

Fränk Schleck von Anti-Doping-Agentur befragt

02.10.2008 - (sid/rsn) - Fränk Schleck (CSC-Saxo Bank) ist am Mittwoch von der luxemburgischen Anti-Doping-Agentur ALAD wegen seiner mutmaßlichen Überweisung an Dopingarzt Eufemiano Fuentes befragt worden. Das gab die ALAD am Abend bekannt, nachdem der Tour-Sechste 45 Minuten Auskunft gegeben hatte. Schleck, der seine Unschuld beteuerte, erschien in Begleitung von Rechtsanwalt Albert Rodesch.

Der 28-jährige Luxemburger soll nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung im März 2006 6991 Euro auf das Fuentes-Konto - Deckname "Codes Holding" - bei der Genfer Niederlassung der britischen HSBC (Hongkong and Shanghai Banking Corporation) überwiesen haben. Entsprechende Dokumente hat das deutsche Bundeskriminalamt nach Luxemburg weitergeleitet. "Die deutschen Behörden sind der Ansicht, dass es sich möglicherweise um eine Verletzung der Anti-Doping-Regeln von Fränk Schleck handelt", heißt es in der ALAD-Mitteilung.

Robert Schuler, Vorsitzender der Anti-Doping-Agentur, wollte keine Informationen über Verlauf und Inhalt des Treffens preisgeben. Er wird die erhaltenen Informationen an den Verwaltungsrat der Agentur weiterleiten. Sollten sich neue Elemente ergeben, würden sie mitgeteilt. Anwalt Rodesch gab an, "auf alle Fragen detailliert geantwortet zu haben". Fränk Schleck selbst wiederholte, nie gedopt oder Unerlaubtes getan zu haben.

Während der Straßen-WM im italienischen Varese hatten 20 Polizisten das Teamhotel der Luxemburger durchsucht. Die Ermittler waren offenbar auf der Suche nach einem in Italien verbotenen Sauerstoffzelt zur Simulation eines Höhentrainings.