Profi-Radsport

Zahlung an Fuentes zugegeben

Enttäuschter Riis suspendiert Fränk Schleck

03.10.2008 - Hamburg (dpa/rsn/sid) - Der Luxemburger Frank Schleck hat zugegeben, im März 2006 knapp 7000 Euro an den Dopingarzt Eufemiano Fuentes überwiesen zu haben. Schlecks CSC-Saxo-Bank-Team Riis suspendierte daraufhin den 28-Jährigen umgehend.

"Wir sind sehr enttäuscht, zu erfahren, dass Fränk Kontakt zu Personen hatte, die unserem Sport viel Schaden zugefügt haben. Sein Verhalten war unverantwortlich", sagte CSC-Teamchef Riis, der im vergangenen Jahr selbst Epo-Doping in der Zeit seines Toursieges 1996 eingeräumt hatte. "Wir sind gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, dass Fränk vorerst keine Rennen fährt", so Riis weiter. Er sei enttäuscht, dass Schleck Kontakt zu Leuten hatte, die dem Sport so «großen Schaden» zugefügt hätten, sagte der Tour-Sieger von 1996, der EPO-Doping während seiner Telekom-Zeit zugegeben hatte. Mittels einer DNA-Analyse will Schleck, der bei der diesjährigen Tour drei Tage das Gelbe Trikot getragen hatte, zumindest beweisen, dass keine Blutbeutel von ihm «in Madrid oder sonstwo» gelagert wurden.

Schleck gab zwar zu, einen «ernsthaften Bock» geschossen zu haben, beteuerte aber, niemals verbotene Substanzen oder Methoden benutzt zu haben. Er habe den Fuentes auch nicht persönlich getroffen. Vielmehr sollte laut Schleck mit dem Geld ein Trainingsprogramm finanziert werden, das von Experten angeboten worden sei, die mit der Weltsportelite zusammen arbeiteten. Nach Rücksprache mit seinem Vater und Freunden habe er den Kontakt damals aber sofort abgebrochen. Um seine Unschuld zu beweisen, ist der Luxemburger auch zu einem DNA-Abgleich bereit.

Schleck war bereits am 1. Oktober von der Luxemburger Anti-Doping-Agentur ALAD zu dieser Angelegenheit befragt worden, bei der er seine Unschuld beteuerte. Er bleibe dabei, dass er ein «reines Gewissen» habe, zitierte die Luxemburger Tageszeitung «Tageblatt» Schleck nach der Anhörung. Sein Anwalt Albert Rodesch betonte, «dass Frank Schleck nie gedopt hat, nie eine unerlaubte Methode angewandt hat oder versucht hat, anzuwenden».

In der Vorwoche hatte die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, Schleck soll Kunde des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes gewesen sein und belegte dies mit einem Bankauszug über 6991 Euro vom März 2006.

Er könne «nicht präzise sagen, wann eventuell weitere Ermittlungen stattfinden», teilte ALAD-Präsident Robert Schuler mit, ohne Details der etwa 45-minütigen Anhörung preiszugeben. Laut ALAD war die Bonner Staatsanwaltschaft im Rahmen ihrer früheren Ermittlungen gegen Jan Ullrich, Oscar Sevilla und Rudy Pevenage auf die Überweisung von Frank Schleck an Fuentes gestoßen. Der 28-Jährige, der bei der Tour de France das Gelbe Trikot getragen hatte, wird auch dem Radsport-Weltverband UCI Rede und Antwort stehen müssen.

Die Nachuntersuchungen der Blutwerte von zehn diesjährigen Tour-Teilnehmern, die derzeit im Labor Chatenay-Malabry vorgenommen werden, sollen ebenfalls Schlecks Unschuld beweisen. «Wir hoffen, dass bald die Analysen der Französischen Anti-Doping-Agentur da sind. Wir warten darauf, um sagen zu können: `Seht ihr. Wir hatten recht. Wir haben nichts mit diesem EPO-CERA-Problem zu tun`», sagte Rodesch.