Profi-Radsport

AFLD hat Dopingverfahren eingeleitet

Lehner bemüht sich um Schumacher-Comeback 2009

14.11.2008 - Bad Wildbad/Hamburg (dpa) - Trotz der beiden positiven A-Proben von Stefan Schumacher bemüht sich dessen Anwalt Michael Lehner um ein baldiges Comeback seines Mandanten. «Schumacher ist nicht suspendiert, es gibt kein sportrechtliches Verfahren. Ihm wird die Lizenz 2009 erteilt werden müssen», sagte Lehner der «Welt».

Allerdings hat die französische Anti-Doping-Agentur AFLD, die Schumacher in Nachkontrollen zur Tour de France zweimal positiv auf das EPO-Präparat CERA getestet hatte, bereits ein Verfahren gegen den Nürtinger eingeleitet. «Wir wollen ihn sanktionieren», sagte AFLD- Präsident Pierre Bordry der Tageszeitung.

Schumacher hatte Anfang Oktober über Lehner und seinen Manager Heinz Betz Zweifel an der Richtigkeit der A-Proben äußern lassen, sein eigenes Schweigen aber nicht gebrochen. «Unter welchen Umständen und welche Blutproben drei Monate später im Labor in Chatenay-Malabry angeblich positiv auf CERA getestet worden sein sollen, ist nach den bisher vorliegenden Unterlagen völlig unklar», hieß es damals in einer Stellungnahme. Lehner sagte nun, er habe vor einigen Tagen eine Liste mit Fragen, «die sich für uns aufgrund der dürren Dokumente ergeben haben, die uns vorliegen», nach Frankreich geschickt.

Laut Reglement des Weltverbandes UCI ist die AFLD und nicht das Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) in diesem Fall zuständig. «Im Moment liegt der Ball bei denen», sagte der Sportgerichts-Vorsitzende Peter Barth. Falls die AFLD Schumacher sperre, sei die Entscheidung von BDR und UCI anzuerkennen, «wenn die entsprechenden Voraussetzungen im Sinne des UCI-Reglements vorliegen».

Doch die Schumacher-Seite gibt nicht auf. «Ich kämpfe um eine komplette Aufklärung der Vorfälle», sagte Betz der Deutschen Presse- Agentur dpa. Schumacher, der auf Tauchstation gegangen ist, halte sich in New York auf. Der 27-Jährige hat - anders als sein früherer Teamkollege Bernhard Kohl, der ebenfalls in der A-Probe positiv auf CERA getestet worden war - Doping stets bestritten. Im kommenden Jahr wollte der zweifache Tour-Etappensieger für Quick Step fahren, doch das belgische Team erklärte den Vertrag nach Bekanntwerden der positiven A-Proben für ungültig.