Erath erringt Sprint-Trikot

D´Hoore reißt bei ihrem Baskenland-Debüt das Ruder herum

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "D´Hoore reißt bei ihrem Baskenland-Debüt das Ruder herum"
Jolien D´Hoore (Boels - Dolmans) | Foto: Cor Vos

22.05.2019  |  (rsn) - Endlich Erste! Jolien D'Hoore hat in Iurreta im Baskenland ihren ersten Sieg im Trikot von Boels - Dolmans gefeiert. Die Belgierin, die im Winter von Mitchelton - Scott zu den Niederländerinnen gewechselt war, gewann dort nach 101 Kilometern die 1. Etappe der viertägigen WorldTour-Rundfahrt Emakumeen Bira und setzte damit einen Schlussstrich unter ihr bis dato verkorkstes Frühjahr. D'Hoore setzte sich im Massensprint vor der 21-jährigen Italienerin Sofia Bertizzolo (Virtu Cycling) sowie ihrer ehemaligen Anfahrerin Gracie Elvin (Mitchelton - Scott) durch.

"Ich habe hart gearbeitet, um zurück zu kommen. Jetzt bin ich froh, schon wieder auf diesem Level zu sein und werde so viel wie möglich fahren in den nächsten Wochen", sagte D'Hoore im Siegerinterview. Die 29-Jährige war am 15. März bei der Drentse 8 in der Abfahrt vom VAM-Berg von einer Windböe erfasst und von der Straße getragen worden, um in die Wiese zu stürzen. Dabei brach sie sich ihr Schlüsselbein. Nur drei Wochen später stand sie dennoch bei der Flandern-Rundfahrt, ihrem Heimrennen, kam dort aber erwartungsgemäß nicht über den 41. Platz hinaus.

Seitdem arbeitete sie schwer, um wieder in Top-Form zu kommen, und sagte kurzfristig den Start im Baskenland zu, obwohl die Bira-Rundfahrt eigentlich nichts für Sprinterinnen ist. "Jetzt bin ich zum erstenmal hier und gewinne sofort", so D'Hoore erstaunt.

Erath erkämpft sich das Blaue Trikot

Das erste Teilstück rund um Iurreta war allerdings auch das einzige in dieser Woche, bei dem ein Massensprint realistisch schien. Deshalb setzte D'Hoores Team voll auf diese Karte und machte - vor allem mit der Luxemburgerin Christine Majerus - viel Tempoarbeit im Feld, um alle Ausreißversuche abzuwehren. "Ich glaube, wir waren heute die einzigen, die einen Sprint wollten, und meine vier Mädels haben hart gearbeitet, um alles zusammen zu halten", war D'Hoore dankbar.

Das Podium betrat in Iurreta auch eine der drei Deutschen im Starterfeld. Denn Tanja Erath (Canyon - SRAM) wurde zunächst nach zehn Rennkilometern hinter Emilie Moberg (Virtu Cycling) Zweite am ersten Zwischensprint und dann nach 69 Kilometern vor der Norwegerin Erste am zweiten Zwischensprint, so dass beide am Etappenende acht Punkte in der Sprintwertung auf dem Konto hatten. Da Erath das Ziel im abgehängten zweiten Feld aber einige Positionen vor Moberg als 77. erreichte, durfte sich die Darmstädterin in Iurreta das Blaue Trikot abholen.

So lief das Rennen:

Da die Veranstalter schon nach wenigen Kilometern die ersten Zwischensprints - einmal für Eraths Sprintwertung, dann aber auch noch einen anderen für Zeitbonifikationen - geplant hatten, blieb das Peloton zunächst geschlossen. Amanda Spratt (Mitchelton - Scott) sicherte sich nach zwölf Kilometern die ersten drei Bonussekunden und holte nach 65 Kilometern auch die nächsten drei.

Nach 25 Rennkilometern setzte sich Anna Plichta (Trek - Segafredo) als Solistin vom Feld ab und fuhr bis zu zwei Minuten Vorsprung heraus, wurde aber schon 30 Kilometer später wieder gestellt. Am Bergpreis von Astoreka, 23 Kilometer vor dem Ziel, setzten sich dann Spratt und Elisa Longo Borghini (Trek - Segafredo) ab und fuhren laut TV-Grafik angeblich bis zu 40 Sekunden heraus, wurden aber im Finale dann von Boels - Dolmans doch wieder zurückgeholt, so dass es zur Sprintankunft kommen konnte.

Die 2. Etappe der Emakumeen Bira führt am Donnerstag über 110,9 Kilometer und 1.384 Höhenmeter von Aduna nach Amasa, wo der Schlusskilometer bergan führt.

Tagesergebnis:
1. Jolien D'Hoore (Boels - Dolmans) 2:33:20 Stunden
2. Sofia Bertizzolo (Virtu Cycling) s.t.
3. Gracie Elvin (Mitchelton - Scott) s.t.
4. Sheyla Gutierrez Ruiz (Movistar) s.t.
5. Anna Trevisi (Ale Cipollini) s.t.
6. Elena Cecchini (Canyon - SRAM ) s.t.
7. Ilaria Sanguineti (Valcar - Cylance) s.t.
8. Elisa Longo Borghini (Trek - Segafredo) s.t.
9. Tatiana Guderzo (BePink) s.t.
10. Sandra Alonso Dominguez (Bizkaia - Durango) s.t.

Gesamtwertung:
1. Jolien D'Hoore (Boels - Dolmans) 2:33:10 Stunden
2. Sofia Bertizzolo (Virtu Cycling) + 0:02 Minuten
3. Amanda Spratt (Mitchelton - Scott) + 0:04
4. Gracie Elvin (Mitchelton - Scott) + 0:06
5. Ane Santesteban (WNT - Rotor) + 0:08

Mehr Informationen zu diesem Thema

21.04.2024Trotz Patzer triumphiert Brown bei Lüttich-Bastogne-Lüttich

(rsn) – Nach zweiten Plätzen in den Jahren 2020 und 2022 hat Grace Brown (FDJ – Suez) erstmals das Lüttich-Bastogne-Lüttich der Frauen gewonnen. Die Australierin ließ nach schweren 152,9 Kilom

21.04.2024Lippert: “Ich will einfach genießen, wieder Rennen zu fahren“

(rsn) – Mit Lüttich-Bastogne-Lüttich geht am Sonntag eine Woche zu Ende, die auch bei Liane Lippert (Movistar) normalerweise sehr hoch im Kurs steht. Die 26-Jährige war 2022 Dritte des Amstel Gol

21.04.2024Reusser kehrt schon Ende April zur Vuelta ins Feld zurück

(rsn) – Marlen Reusser (SD Worx – Protime) hat sich von ihren Sturzfolgen schneller als erwartet erholt und konnte bereits wieder trainieren. Wie ihr Management nun ankündigte, wird die dreimalig

21.04.2024Niewiadoma: “Wir haben ein klares Ziel, den Sieg“

(rsn) – Zum achten Mal tragen die Frauen heute ihr Lüttich-Bastogne-Lüttich aus. Das Rennen wird um 13.30 Uhr allerdings in Bastogne gestartet und führt von dort aus über 152,9 Kilometer auf der

20.04.2024Die Strecken von Lüttich-Bastogne-Lüttich

(rsn) – Zum 110. Mal findet am Sonntag Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.UWT) für die Männer statt – die Frauen bestreiten ´La Doyenne´ dagegen erst zum achten Mal. Die Strecken haben sich im Verg

20.04.2024Die Aufgebote für das 8. Lüttich-Bastogne-Lüttich der Frauen

(rsn) – Mit der 8. Ausgabe des Lüttich-Bastogne-Lüttich der Frauen endet die Ardennenwoche. Während das Männerrennen von Lüttich aus nach Süden zum Wendepunkt in Bastogne und von dort wieder z

18.04.2024Hartmann: Aus “nur durchkommen“ wurden 74 km an der Spitze

(rsn) – Elena Hartmann bekam ihre völlig durchnässten Handschuhe kaum mehr von ihren frierenden Fingern. Als die 33-Jährige vom Team Roland oben auf der Mur de Huy 5:41 Minuten nach Siegerin Kata

17.04.2024Highlight-Video des 27. Flèche Wallonne Femmes

(rsn) – Nach einem dritten (2017) und einem zweiten Platz (2021) hat Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM) erstmals in ihrer Karriere den Flèche Wallonne Femmes gewonnen. Bei der 27. Ausgabe des Arden

17.04.2024Nach fast fünf Jahren bricht Niewiadoma an der ´Mur´ den Bann

(rsn) – Fast fünf Jahre musste Kasia Niewiadoma (Canyon – SRAM) auf den 19. Sieg ihrer Profikarriere warten. Bei der 27. Ausgabe des Flèche Wallonne Femmes war es soweit. Nach 146 Kilometern mit

17.04.2024Ludwig: “Vielleicht wird der Wind einer Gruppe in die Karten spielen“

(rsn) – Erstmals in der Geschichte des Flèche Wallonne starten die Frauen nach den Männern. Auf den 146 Kilometern rund um Huy müssen sieben kategorisierte Anstiege bewältigt werden, die berühm

16.04.2024Es gilt nur eins: Wer erklimmt die Mur de Huy am schnellsten?

(rsn) – Sieben Mal Anna van der Breggen, fünf Mal Marianne Vos, fünf Mal Alejandro Valverde und drei Mal Julian Alaphilippe: Kein Rennen wurde in den letzten 20 Jahren so oft von denselben Fahreri

16.04.2024Eine Mur mehr als bisher: Strecken des Flèche Wallonne im Detail

(rsn) – Wenn am Mittwoch zum 30. Mal in Charleroi der Flèche Wallonne der Männer beginnt, gibt es ein Novum: Bei der 88. Austragung des ´Wallonischen Pfeils´ wird die Mur de Huy erstmals vier Ma

Weitere Radsport-Markt-Nachrichten

23.04.2024Radsport live im TV und im Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir jeden Morgen

23.04.2024Pogacar: “Ich kann noch etwas besser werden“

(rsn) – Nach seinem überragenden Auftritt bei Lüttich-Bastogne-Lüttich, wo er sich mit einem 35-Kilometer-Solo zum zweiten Mal nach 2021 den Sieg sicherte, verbringt Tadej Pogacar (UAE Team Emira

23.04.2024Del Toro verlängert bei UAE Emirates vorzeitig bis Ende 2029

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Profiradsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder RÃ

23.04.2024Zijlaard fliegt am schnellsten um die 13 Kurven von Payerne

(rsn) – Maikel Zijlaard (Tudor) hat seinem Ruf als Spezialist für sehr kurze Prologe alle Ehre gemacht und in Payerne das 2,3 Kilometer lange Auftaktzeitfahren der 77. Tour de Romandie gewonnen.

23.04.2024Berlin nach Kraftakt in der Gruppe, Dorn verteidigt Weiß

(rsn) - Während Rembe Sauerland bei der Tour of Türkiye (2.Pro) erstmals die Gruppe des Tages verpasste, konnte das Team Bike Aid auch auf der 3. Etappe einen Fahrer in der hart umkämpften Fluchtg

23.04.2024Highlight-Video der 3. Etappe der Türkei-Rundfahrt

(rsn) – Für Bora – hansgrohe will es bei der 59. Türkei-Rundfahrt einfach nicht laufen. Auch auf der 3. Etappe über 147 Kilometer zwischen Fethiye und Marmaris ging das Raublinger Team leer aus

23.04.2024Zu früh gefreut: Van Poppel zurückgesetzt, Lonardi Etappensieger

(rsn) – Nachdem es an den ersten beiden Tagen der 59. Türkei-Rundfahrt (2.Pro) nicht nach Wunsch gelaufen war, schien bei Bora – hansgrohe auf der 3. Etappe der Knoten geplatzt. Danny van Poppel

23.04.2024Tour de Romandie im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) - Die sechstägige Tour de Romandie (2.UWT) hält traditionell für jeden Fahrertypen etwas bereit. Ob Kletterer oder Zeitfahrspezialisten, Sprinter oder Klassikerjäger - sie alle bekommen ihr

23.04.2024Tour de France Femmes ohne Vorjahreszweite Kopecky

(rsn) – Die Vorjahreszweite Lotte Kopecky (SD Worx-Protime) wird auf die am 12. August in Rotterdam beginnende 3. Tour de France Femmes verzichten. Stattdessen wird sich die Weltmeistern auf die Oly

23.04.2024Kletterspektakel mit gehörigem Zeitfahr-Einschlag

(rsn) – Die Tour de Romandie war einst die letzte große und wichtige Vorbereitungs-Rundfahrt für den Giro d´Italia. Giro-Favoriten entschieden sich damals zwischen der Schweizer Rundfahrt und dem

23.04.2024Startliste zum Prolog der 77. Tour de Romandie

(rsn) – Der Schweizer Nationalfahrer Luca Jenni eröffnet um 14.50 Uhr den Prolog zur 77. Tour de Romandie (2.WWT). Der nur 2,3 Kilometer lange Parcours von Payerne ist zwar bretteben, dürfte mit s

22.04.2024Highlight-Video der 2. Etappe der Türkei-Rundfahrt

(rsn) – Max Kanter (Astana Qazaqstan) hat nach der 2. Etappe der 59. Türkei-Rundfahrt (2.Pro) seinen ersten Profisieg bejubeln können. Der 26-jährige Deutsche setzte sich über 190 Kilometer von

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
  • Keine Termine