München - Welt-Premiere - mit Video

Oktoberfest: Mit dem E-Bike in der Todeswand

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Oktoberfest: Mit dem E-Bike in der Todeswand"
| Foto: TQ-Systems GmbH

02.10.2018  | 

Seit 1932 ist "Pitts Todeswand" einer der großen Zuschauer-Magneten am Münchner Oktoberfest. Und was alles ist schon über die sechs Meter hohe Steilwand gedonnert: Die (heute noch gefahrenen) legendären Indian-Motorräder, Gokarts, Motorroller, Rennwagen, 1200-ccm-BMW-Bikes, Elektro-Autos...

Nur E-Bikes, die hat man in der Steilwand bisher nicht gesehen -
bis zum Oktoberfest 2018. Am vergangenen Samstag war die Welt-Premiere: Mit einem 45-km/h-Pedelec M1 Spitzing Evolution stürzten sich Jagath Perera aus Sri Lanka und sein Schweizer Kollege Benno Dellinger ins Vergnügen.

Warum nun ein E-Bike? "Weil München doch Fahrradstadt ist! Und das Elektro-Fahrrad ist umweltfreundlich, natürlich", sagt Jagath, seit 2007 Eigentümer der Todeswand: "Und weil man den Zuschauern immer wieder etwas Neues bieten muss, das haben wir schon immer gemacht."

Ausgerüstet ist das "Spitzing" mit dem neuen Motor
TQ HPR 120 aus der oberbayerischen Hi-Tech-Schmiede TQ Systems, mit einem gewaltigen Drehmoment von 120 Newtonmeter - der momentan stärkste Fahrrad-E-Motor weltweit.

Was ist anders, wenn man mit einem E-Bike in der Steilwand fährt? Jagath: "Es ist gefährlicher als mit dem Motorrad, weil das Fahrrad leichter ist, und damit der Anpreßdruck geringer. Zudem hat man nur einen Quadratzentimeter Kontaktfläche..."

Perera zeigt erst das Profil des Fahrradreifens,
dann einen Motorradreifen: "Der berührt die Wand immerhin auf einer Fläche von vier oder fünf Zentimetern. Außerdem ist das Motorrad schwerer, die Geschwindigkeit konstanter, und die Körperhaltung ruhiger. Beim E-Bike bewegt sich der ganze Körper, weil man in die Pedale treten muss."

Seit 22 Jahren ist Jagath Perera in der Steilwand unterwegs. Er hat immer noch Respekt vor der Wand, aber „Angst, nein, die darf man nicht haben.“ Auch nicht beim Fahrradfahren in der Wand. Das sei doch um einiges schwieriger, hat Perera erfahren:

"Man muss sich viel mehr konzentrieren.
Obwohl die Fliehkraft in etwa gleich ist wie beim Motorrad, das dreieinhalbfache des eigenen Körpergewichts. Auch die nötige Geschwindigkeit bleibt etwa gleich, gut 45 Stundenkilometer. Aber man braucht mehr Disziplin, muss immer ruhig bleiben."

Hier das Video der Premiere:

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
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