8.845 Höhenmeter für einen guten Zweck

Nach 27 Stunden hatte Voigt die Everest Challenge bestanden


Jens Voigt nach bestandener Herausforderung | Foto: twitter.com/thejensie

03.01.2017  |  Berlin (dpa) - Jens Voigt war einsilbig - üblicherweise eher ein Alarmzeichen. Manchmal sei es gewesen wie "ein schleichender Tod", sagte der 45-Jährige, als er nach seiner Charity-Tour auf den Berliner Teufelsberg nach einer 27-Stunden-Tortur völlig verdreckt und fertig endlich vom Rad steigen durfte.

Der Ex-Profi - Motto: "Shut up, legs" -  war seit dem Januar mittags nonstop unterwegs, die Nacht hindurch im nasskalten Grunewald mit einer Lampe auf dem Helm. Kein Schlaf, keine längeren Pausen. Selbst die wärmste Spezialkleidung konnte da keine 100-prozentige Lösung sein.

Zum Frühstück hatte seine Frau Dienstag Rühreier mit Toast gebracht, auf einem kleinen Kocher stand eine Hühnerbrühe mit Graupen. "Jetzt nach Hause unter die Dusche und den Vollbart ab", lautete Voigts Wunsch. "Ein paar Durchhänger gab`s. Zum Glück kamen die Wildschweine nur einmal, als wir berghoch fuhren - kein Problem", fügte der einstige Ausreißerkönig an..

Als moralische Stütze und vor allem Gesprächspartner hatte der deutsche Rekord-Tour-Teilnehmer (17 -Frankreich-Starts) immer Begleiter an seiner Seite. "So wechselnd zusammen bestimmt 300 bis 400 Mitfahrer. Es gab bergab auf dem glitschigen Untergrund zahlreiche Stürze - zum Glück alle glimpflich. Ich bin verschont geblieben", erzählte Voigt, der mit seiner Aktion zugunsten Krebskranker sämtliche selbst gesteckten Spendenziele sprengte.

Über 25 000 Euro zur Krebsbekämpfung waren zusammengekommen, noch bevor seine verrückte Fahrt beendet war. Voigt hatte auf einer Vier-Kilometer-Runde im Bezirk Charlottenburg genau 8.845 Höhenmeter hinter sich gebracht, was in etwa der Höhe des Mount Everest (8848 Meter) entspricht. Die so genannte "Everest-Challenge" war geschafft.

Der etwa 120 Meter hohe Teufelsberg war nach dem Zweiten Weltkrieg aus Trümmern aufgeschüttet worden. Auf der Kuppe stehen noch immer die Reste einer Wetter- und Abhörstation der US-Armee aus Zeiten des Kalten Krieges. Zwei Wege mit zum Teil - für Berliner Verhältnisse - steilen Serpentinen führen hinauf. Der Höhenunterschied beträgt etwa 90 Meter, so dass Voigt & Co. insgesamt 100 Runden zu bewältigen hatten.

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