Russe erklärte Sagan zum Sanremo-Sieger

Tinkov beleidigt Contador als "Stück spanische Scheiße"

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Tinkov beleidigt Contador als
Oleg Tinkov und Alberto Contador nach dem gemeinsamen Giro-Sieg 2015. | Foto: Cor Vos

22.03.2017  |  (rsn) - Einige Wochen war es ruhig um Oleg Tinkov. Der Russe schien sich nach dem Abschied seines Teams aus dem Radsport zurückzuziehen. Doch nun hat er sich in seiner typischen Art zurückgemeldet: Auch wenn er kein Teamchef mehr ist, darauf, dass Tinkov seine oft kontroversen Meinungen via Social Media kundtut, darf man sich wohl auch 2017 weiterhin verlassen. Auf Instagram hat er nun einmal mehr über das Ziel hinausgeschossen und seinen Ex-Fahrer Alberto Contador als "Stück spanische Scheiße" beleidigt.

"Contador is piece of Spanish shit, and never will win anything, too old and too evil. Diet made him crazy and greedy??", schrieb der 49-Jährige dort. Contador sei ein Stück spanische Scheiße und werde nie wieder irgendetwas gewinnen, weil er zu alt und zu böse sei. Seine Diäten hätten ihn verrückt und gierig gemacht, so Tinkov weiter. In Diskussionen mit aufgebrachten Fans trieb der Russe es anschließend weiter: Contador wisse nicht, wie man ein Rennrad steuere und falle ständig hin. Er sei alt und dumm und werde niemals mehr Erfolg haben.

Seine Kommentare erschienen unter einem ursprünglich positiven Post über einen anderen von Tinkovs Ex-Fahrern: Peter Sagan. Den Weltmeister nämlich feierte er am Wochenende mit folgenden Worten (übersetzt): "Was ein Champion Peter Sagan! Er hat gerade Mailand-Sanremo gewonnen!" Offensichtlich hatte der Russe in Moskau, von wo er seinen Post tätigte, am Fernseher nicht richtig hingesehen, als Sagan auf der Zielgeraden von Michal Kwiatkowski übersprintet wurde und somit Rang zwei bei Mailand-Sanremo belegte.

Auch wenn Contador für Tinkov im Jahr 2015 den Giro d'Italia gewann und seinen Chef so dazu verleitete, sich die Haare pink zu färben, wurde der Spanier im Verlauf der gemeinsamen Jahre immer wieder von Tinkov kritisiert und zunehmend scharf angegangen. Man trennte sich Ende 2016 schließlich, ganz offensichtlich in schlechtem Verhältnis, denn schon im Oktober nannte Tinkov den Spanier eine "traurige Person, die niemals Champagner trinkt". Als Mensch habe er ihm nie gefallen.

Contador fährt inzwischen für Trek-Segafredo und hätte eine Woche vor Tinkovs neuerlichen Social-Media-Entgleisungen um ein Haar Paris-Nizza gewonnen. Nur zwei Sekunden fehlten dem Spanier, der in Nizza mit offensiver Fahrweise die Fans ähnlich begeisterte wie Tinkov-Liebling Sagan in San Remo, am Ende gegenüber Sergio Henao (Sky) zum Gesamtsieg.

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