Profi-Radsport

Kupfernagel mit WM-Silber zufrieden

03.02.2002 -

Zolder (dpa) - Hanka Kupfernagel ist am WM-Hattrick vorbeigefahren. Bei der Cross-Weltmeisterschaft im belgischen Zolder musste die 27-jährige Titelverteidigerin aus Berlin nach 21,3 Km mit der Silbermedaille zufrieden sein, nachdem sie in den vergangenen beiden Jahren den Titel geholt hatte.

Nach einem Sturz in der dritten von sieben Runden auf dem Gelände der früheren Formel I- Strecke in Belgien musste sie sich am Ende nur der Französin Lara Leboucher beugen.

75 000 Zuschauer verwandelten die WM bei strahlendem Sonnenschein im Mutterland des Cross zu einem Volksfest und feierten bei den Männern einen dreifachen Gastgeber-Triumph. Im Elite-Rennen über 27,4 km feierten sie den Sieg Mario de Clercqs vor seinen Landsleuten Tom Vannoppen und Sven Nijs überschwänglich.

«Der Sturz war sicherlich die Ursache, dass ich aus der Spitzengruppe verschwand, aber man sollte ihn nicht überbewerten. Er war nicht allein Schuld daran, dass ich den Hattrick verpasst habe. Ich hatte heute einfach nicht meinen besten Tag und bin deshalb zufrieden, im Spurt am Ende noch Silber geholt zu haben», sagte Hanka Kupfernagel, die sich mit ihrer neuen Equipe Nürnberger die Einladung zur Tour de France der Frauen erhofft.

Die amtierende Mountainbike-Europameisterin Leboucher hatte sich nach dem Kupfernagel-Sturz bei einem Anstieg allein an die Spitze gesetzt und brachte einen 64 Sekunden-Vorsprung vor der Titelverteidigerin ins Ziel. Bei den dritten Titelkämpfen der Frauen im Cross sicherte sich Daphny van den Brand (Niederlande) die Bronzemedaille. 33 Fahrerinnen waren am Start, die Berlinerin Birgit Hollmann war auf Rang acht (2:00 Minuten zurück) zweitbeste Deutsche.

Mit einem erneuten Erfolg wollte Hanka Kupfernagel die persönlich schwierige Saison 2001 endgültig abhaken. Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte sie sich von Ehemann und Trainer Torsten Wittig getrennt und dem Niederländischen Farm-Frites-Team angeschlossen. Doch da kam die Pferdeliebhaberin, die in Werder bei Berlin lebt, nicht zurecht. Nach ihrem WM-Missgeschick von Lissabon, wo ihr beim Start des Zeitfahrens die Kette riss, wechselte sie ins Profi-Team Nürnberger und ließ sich im Training von Jan Ullrich-Coach Peter Becker beraten.

Zum WM-Auftakt hatte sich der Niederländer Thijs Verhagen den Titel in der U23-Klasse geholt. Dem deutschen Meister Leo Karstens (Kressbronn) blieb nur Rang 21. Der bereits 33-jährige deutsche Meister Jens Schwedler (Harvestehude) wurde im Elite-Rennen 22.

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