“Er weiß noch immer nicht, was passiert ist“

De Jongh kehrt nach mysteriösem Unfall nach Hause zurück

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "De Jongh kehrt nach mysteriösem Unfall nach Hause zurück"
Steven De Jongh (Trek-Segafredo) | Foto: Cor Vos

17.10.2018  |  (rsn) - Steven de Jongh ist seit dem Dienstagabend zurück zu Hause bei seiner Frau Renee Meijers. Der niederländische Sportliche Leiter des Teams Trek-Segafredo hat das Krankenhaus von Girona nach nur einer Nacht wieder verlassen dürfen, um sich in den eigenen vier Wänden in Calonge an der Costa Brava von seiner schweren Gehirnerschütterung zu erholen, die er am Montag auf einer Trainingsausfahrt erlitt. Wie genau er sich diese zugezogen hat, ist allerdings weiter unklar.

"Ich habe ihn wieder. Sicher auf der Couch neben mir", schrieb Meijers auf Twitter. "Er weiß noch immer nicht, was passiert ist und hat große Schmerzen." Dazu postete sie ein Foto von seiner Hand auf ihrem Bein, offensichtlich nebeneinander auf der Couch sitzend. De Jongh habe Kopfschmerzen und Probleme damit, die Augen offen zu halten, erklärte seine Frau außerdem der niederländischen Zeitung De Telegraaf. "Wenn das so bleibt, werden sie ihn weiter untersuchen. Aber jetzt muss er zunächst einfach besonders ruhig bleiben."

Der 44-Jährige war am Montag nicht von einer morgendlichen Trainingsausfahrt zurückgekehrt. Deshalb verständigte seine Frau die Polizei und machte sein Verschwinden außerdem auf Twitter öffentlich, was neben Mitgefühl auch aktive Mithilfe aus der Radsportszene hervorrief. Unter anderem machte sich Robert Gesink (LottoNL-Jumbo), der in der Nähe wohnt, sofort auf die Suche.

Außerdem analysierten einige findige User in Windeseile de Jonghs Strava-Profil, auf dem die aktuelle Trainingsfahrt live aufgezeichnet war - mit abruptem Ende an einer Stelle etwa 15 Kilometer von seinem Haus entfernt.

Mithilfe der Daten konnte die Polizei ihren Suchradius stark einschränken und fand den bewusstlosen de Jongh schließlich beim Blick aus dem Helikopter in einer Schlucht neben der Straße. Meijers bezeichnete Strava daher als den "großen Lebensretter".

Etwa zeitgleich mit der Polizei traf auch ein niederländischer Hobby-Radfahrer bei de Jongh ein, der Hausarzt Paul Jorna. Er hatte mit dem Fahrrad die Straße abgesucht, auf der de Jonghs Strava-Aufzeichnungen abbrachen. Jorna erzählte dem Algemeen Dagblad, es sei "unglaublich, dass er keine Brüche davongetragen" habe. "Als wir bei ihm waren, kam er schnell zu sich. Aber er konnte sich nicht an den Sturz erinnern", so Jorna außerdem.

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