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26.12.2020 | (rsn) - Beim Cross von Zolder hatte Lucinda Brand (Telenet – Baloise) erneut das beste Ende für sich. Wie im Vorjahr schlug die Niederländerin auf der Zielgeraden ihre Landsfrau Ceylin del Carmen Alvarado (Alpecin - Fenix). Damals gehörte das Rennen zum Weltcup, diesmal war es der siebte Superprestige-Lauf. Annemarie Worst (777) und Denise Betsema (Pauwels Sauzen - Bingoal) belegten zeitgleich die nächsten Plätze und sorgten für einen weiteren kompletten Oranje-Triumph. Die 31-jährige Brand baute ihre Führung in der Gesamtwertung weiter aus.
Auf dem schnellen Kurs von Heusden – Zolder ließen besten Vier der Szene einander keinen Moment aus den Augen. “Ich wusste schnell, dass es ein Sprint wird. Die Frage war nur, mit wie viel Fahrerinnen“, erklärte die Siegerin im Ziel. In der letzten Runde schlossen nach Tempoverschleppungen beim Spitzenquartett sogar noch Verfolgerinnen auf. “Ich habe immer wieder versucht zu attackieren, aber die Abstände waren nie größer als 50 Meter“, kommentierte Brand das Geschehen.
In den technischen Passagen setzten sich die Favoritinnen sich aber erneut ab und kamen zu viert auf die Zielgerade. “Von vorn sprinten ist nicht ideal, sicher nicht bei so einer langen Zielgeraden wie heute. Aber ich hatte den kräftigsten Sprint am Ende“, bilanzierte Brand.
“Lucinda hat mehr Erfahrung und auch einen größeren Motor“, befand eine sichtlich enttäuschte Alvarado nach dem Rennen. Wie im Vorjahr war die Weltmeisterin im Sprint chancenlos. “Ich musste unterwegs ein paar Löcher schließen. Im Sprint wurde ich dann Zweite. Echt glücklich bin ich also nicht. Aber es war immerhin knapper als letztes Jahr“, sagte die 22-Jährige.
Wesentlich glücklicher war dagegen die Dritte des Tages. “Ich wusste nicht was ich erwarten konnte, aber ich hatte ein gutes Gefühl – und das hatte ich in den letzten Wochen nicht“, freute sich Worst, nachdem sie wegen Übermüdung eine Woche ausgelassen hatte. “In der letzten Runde machte Ceylin einen Fehler, dadurch hatte ich ein paar Meter verloren. Aber ich bin nochmal zurückgekommen. Damit bin ich echt zufrieden heute“, fügte die Vizeweltmeisterin an.
Die Vierte im Bunde galt sowieso als schlechteste Sprinterin. Betsema hatte allerdings noch eine andere Erklärung für ihr schlechtes Abschneiden im Spurt: “Ich hatte vorn eine 40 montiert, wenn ich eine 42 gehabt hätte, hätte ich vielleicht besser sprinten können. Aber ich hatte auch keine guten Beine mehr“, gab die 27-Jährige zu.
In der Gesamtwertung baute Brand ihre Führung vor dem letzten Rennen um einen weiteren Punkt auf nunmehr drei Zähler gegenüber Alvarado aus. Betsema hat auf Rang drei bereits 15 Punkte Rückstand und kommt für den Gesamtsieg kaum noch in Frage. Das Finale des Superprestige wird am 6. Februar in Middelkerke ausgetragen.
So lief das Rennen:
Nach einem langsamen Start setzte sich Alvarado im technischen zweiten Teil der Runde an die Spitze des Feldes. Unter ihrem Diktat formte sich eine Vierergruppe mit Worst, Inge van der Heijden (beide 777) und Betsema. Sechs Sekunden dahinter folgten fünf Fahrerinnen mit Brand, die auf der langen Zielgeraden die Lücke schließen konnten.
Brand machte im Gelände direkt Ernst und halbierte die Gruppe auf Alvarado, van der Heijden, Worst und Betsema. Durch einen Sturz an den Balken am Beginn der technischen Zone wurde die Weltmeisterin ans Ende der Gruppe zurückgeworfen. Brand verschärfte das Tempo erneut und konnte bis auf Worst alle Fahrerinnen von sich abschütteln.
Kurz nach Beginn der dritten von fünf Runden fand das Quintett aber wieder zusammen. Im zweiten Teil des Parcours musste van der Heijden die Segel streichen. Durch eine massive Tempoverschleppung im vorletzten Umlauf konnte die Niederländerin allerdings vor der technischen Passage nochmal zu ihren Landsfrauen aufschließen. Dort wurde sie wieder abgehängt, aber durch Stehversuche in der Spitze fand sie noch vor dem Klingen der Glocke erneut den Anschluss.
Auch Anna Kay (Starcasino), Manon Bakker (Credishop - Fristads) und Alicia Franck (Proximus - Alphamotorhomes) folgten knapp hinter den Spitzenreiterinnen, als Brand am Ende der Zielgerade ihre Begleiterinnen attackierte. Der Angriff brachte nicht den gewünschten Erfolg und im Zwischenstück kam das Verfolgertrio an das Spitzenquintett heran. Im technischen Teil lösten sich die die besten Vier erneut und kamen gemeinsam auf die Zielgerade. Brand begann den Sprint von vorn und konnte ihre Begleiterinnen hinter sich halten.
Die Tageswertung:
1. Lucinda Brand (Telenet – Baloise) 40:38
2. Ceylin del Carmen Alvarado (Alpecin – Fenix) s.t.
3. Annemarie Worst (777)
4. Denise Betsema (Pauwels Sauzen - Bingoal)
5. Manon Bakker (Credishop - Fristads) +0:15
6. Inge van der Heijden (777) +0:16
7. Anna Kay (Starcasino) +0:17
8. Alicia Franck (Proximus - Alphamotorhomes) +0:20
9. Anne Tauber (CST Post-NL Bafang) +0:30
10. Laura Verdonschot (Pauwels Sauzen - Bingoal) +0:31
Die Gesamtwertung nach sieben von acht Läufen:
1. Lucinda Brand (Telenet – Baloise) 101 Punkte
2. Ceylin del Carmen Alvarado (Alpecin – Fenix) 98
3. Denise Betsema (Pauwels Sauzen- Bingoal) 86
4. Annemarie Worst (777) 79
5. Yara Kastelijn (Credishop - Fristads) 72
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