Weltmeisterin schnappt sich auch X²O trofee

Brand gelingt trotz Pech mit den Schuhen der Grand Slam

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Lucinda Brand (Baloise Trek Lions) hat die X²O Trofee gewonnen. | Foto: Cor Vos

14.02.2021  |  (rsn) - Nach ihrem Sieg von Lille in der Vorwoche war Ceylin del Carmen Alvarado (Alpecin – Fenix) auch im zweiten Schneerennen der Saison nicht zu schlagen. Die Niederländerin schüttelte beim Brussels Universities Cyclocross früh die Konkurrenz ab und gewann mit drei Sekunden Vorsprung vor Denise Betsema (Pauwels Sauzen – Bingoal) und 17 Sekunden vor Manon Bakker (Credishop – Fristads).

Lucinda Brand (Baloise Trek Lions) hatte in der letzten Runde Probleme mit ihren Schuhen, konnte allerdings den Gesamtsieg der X²O badkamers trofee mit knappem Vorsprung auf Betsema retten.

Auf dem technischen und verschneiten Parcours des Campus der Universität von Brüssel wurde Alvarado ihrer Rolle als Topfavoritin gerecht. Durch ihren Sieg bleiben sie und ihr Alpecin – Fenix-Team, das in den letzten beiden Jahren mit Mathieu van der Poel die Männerrennen gewann, auch bei der erst dritten Austragung des Universities Cyclocross ungeschlagen.

“Es war schwer, zum Schluss kam auch noch Wind auf. Aber ich hatte keine Wahl, ich musste durchziehen“, sagte Alvarado nach ihrem halbstündigem Solo. Innerhalb einer halben Runde hatte sie zwanzig Sekunden Vorsprung herausgefahren, dann aber erhöhte Betsema in der Verfolgergruppe das Tempo. “Ich hatte es zunächst nicht gemerkt, aber dann kam Denise immer näher und  ich musste auch wieder Gas geben“, erzählte die Europameisterin. “Es ist toll, die Saison so zu beenden!“, freute sich die 22-Jährige, die ihre Crosssaison nach Wunsch beendete.

Drama um Brand

Während das Rennen um Platz eins nur mäßig aufregend war, entwickelte sich der Kampf um den Gesamtsieg am Ende sogar zu einem kleinen Drama. “In der letzten Runde kam ich ab den Balken nicht mehr in die Pedale. Es war Eis in den Schuhen, habe ich gerade gesehen“, beschrieb Brand ihr Malheur, das ihr fast noch den sicher geglaubten Grand Slam – neben dem WM-Titel gewann die Niederländerin auch den Weltcup und den Superprestige – gekostet hätte. “Ich habe dadurch gigantisch viel Zeit verloren. Als ich ins Ziel kam, zweifelte ich. Ich kann nicht so schnell Kopfrechnen“, lachte sie. “Ich dachte ich hätte die Gesamtwertung verloren. Ich bin jetzt enorm froh, dass ich es geschafft habe“, freute sich Brand.

Der einen Freud war der anderen Leid. “Das ist sehr schade. Lucinda hatte natürlich Pech, trotzdem ärgere ich mich jetzt“, sagte Betsema im Interview bei Sporza. Der Holländerin entging nicht nur der Gesamtsieg, auch im Kampf um den Tageserfolg machte sie sich zwischenzeitlich Hoffnungen. “Ich habe gemerkt, dass Ceylin mehr Fehler machte. Ich kam immer näher und habe schon am Sieg geschnüffelt“, so die 28-Jährige, die im Gegensatz zu Brand und Alvarado auch das Finale der Crosssaison noch bestreiten wird. “Nächste Woche fahre ich nochmal. Ich will bis zum Ende genießen und vielleicht noch ein oder zwei Siege mitnehmen“, kündigte sie an.

Die Gesamtwertung gewann Brand mit fünf Sekunden Vorsprung auf Betsema. Dritte wurde Alvarado mit bereits 3:48 Minuten Rückstand. Hinter dem Oranje-Trio folgten drei weitere Niederländerinnen auf den nächsten drei Plätzen.

So lief das Rennen:

Im Amphitheater setzte sich Alvarado am Ende der ersten Runde dank einer technischen Meisterleistung vom langgezogenen Feld ab. Anna Kay (Starcasino) und Betsema schafften auf der Zielgeraden aber wieder den Anschluss. Als Dritte gewann Betsema beim Zwischensprint auf dem Zielstrich noch fünf Sekunden. Dadurch verringerte sie ihren Rückstand gegenüber der Gesamtführenden Brand, die wenig später mit Annemarie Worst (777) ebenfalls zur Spitzengruppe vorfuhr, auf 36 Sekunden.

Mitte der zweiten von fünf Runden konnte sich Alvarado dank ihrer überlegenen Fahrtechnik erneut lösen. Dieses Mal machte keine Fahrerin Anstalten, der Europameisterin wieder nachzusetzen. Bis zur Zielgerade war ihr Vorsprung auf immerhin 19 Sekunden angewachsen. Durch eine Tempoverschärfung setzte Betsema ab Runde drei die Verfolgergruppe unter Druck. In der vorletzten Runde fuhr sie das Sextett auseinander und näherte sie sich der Spitzenreiterin bis auf elf Sekunden an.

Beim Erklingen der Glocke hatte Alvarado ihren Vorsprung allerdings wieder auf 16 Sekunden auf ihre schärfste Verfolgerin ausgebaut. Brand und Bakker folgten weitere elf Sekunden dahinter. Damit ging Brand mit einem virtuellen Polster von 25 Sekunden auf Betsema in die Schlussrunde. Der Gesamtsieg schien der Weltmeisterin also sicher zu sein. Durch eine schlechte letzte Runde und aufgrund von Problemen mit den Schuhen wurde das Rennen um die X20 badkamers trofee noch einmal spannend. Letztendlich kam Alvarado mit drei Sekunden vor Betsema als Siegerin ins Ziel, Brand selber rettete als Fünfte gerade mal noch fünf Sekunden ihres Vorsprungs auf Betsema.

Tageswertung:
1. Ceylin del Carmen Alvarado (Alpecin – Fenix) 40:50
2. Denise Betsema (Pauwels Sauzen – Bingoal) +0:03
3. Manon Bakker (Credishop – Fristads) +0:17
4. Fem van Empel (Pauwels Sauzen – Bingoal) +0:33
5. Lucinda Brand (Baloise Trek Lions) +0:34
6. Annemarie Worst (777) +0:41
7. Anna Kay (Starcasino) +0:56
8. Aniek van Alphen (Credishop – Fristads) +1:12
9. Sanne Cant (Iko – Crelan) +1:20
10. Marion Norbert Riberolle (Starcasino) +1:53

Endstand nach acht Läufen:
1. Lucinda Brand (Baloise Trek Lions) 5:54:19
2. Denise Betsema (Pauwels Sauzen – Bingoal) +0:05
3. Ceylin del Carmen Alvarado (Alpecin – Fenix) +3:48
4. Annemarie Worst (777) +8:19
5. Yara Kastelin (Credishop – Fristads)+9:38

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