Profi-Radsport

Winokurow hinter Iwanow zweiter bei Tour de Suisse

24.06.2001 -

San Gottardo (dpa) - Knapp 14 Tage vor Beginn der 88. Tour de France am 7. Juli in Dünkirchen signalisiert Alexander Winokurow vom Team Telekom Topform. Der Silbermedaillen-Gewinner aus Kasachstan, am Freitag Etappengewinner, wurde bei der 65. Tour de Suisse Zweiter und empfahl sich als Jan Ullrich-Helfer für Frankreich.

Nach 174 Km rund um Mendrisio wurde der Gewinner der Deutschland-Tour in einer Vierer-Spitzengruppe, die sich am letzten Anstieg fünf Kilometer vor dem Ziel gebildet hatte, nur von dem Russen Sergej Iwanow bezwungen und ließ Laurent Jalabert (Frankreich) hinter sich.

Der Italiener Wladimir Belli behauptete nach der 6. Etappe das Goldene Trikot des Spitzenreiters mit einer winzigen Sekunde Vorsprung vor seinem Landsmann Gilberto Simoni, der den Skandal umwitterten Giro gewonnen hatte. Dritter ist der zweifache Tour de France-Gewinner Lance Armstrong (USA) mit 19 Sekunden Rückstand und damit noch allen Möglichkeiten auf den Gesamtsieg. Erik Zabel, Gewinner der 2. Etappe, musste das rote Trikot des Punktbesten an Jalabert abgegeben.

Mit einem Wimpernschlag-Vorsprung hatte Belli, beim Giro nach einer Faustschlag-Attacke gegen einen Zuschauer disqualifiziert, nach der Königsetappe das Goldtrikot angezogen. Der Italiener hatte 1:57 Minuten nach dem 35-jährigen Tagessieger Dimitri Konyschew (Russland) das Ziel auf dem 2091 Meter hoch gelegenen Gotthard-Pass erreicht und war auf der 5. Etappe hinter Simoni Dritter geworden.

Eine starke Vorstellung hatte am Samstag auf den 220,6 Kilometern Armstrong gezeigt. Knapp zwei Wochen vor dem Tour-Start erreichte der Texaner 2:35 Minuten nach Konyschew als Siebter das Ziel. Der Prolog- Sieger hatte sich danach auf Rang drei vorgearbeitet. Armstrong selbst war nur bedingt mit seiner Vortellung zufrieden: «Ich hatte nicht meinen besten Tag. Aber ein gutes Zeichen war, dass ich zum Schluss der Etappe weniger Schwierigkeiten als am Anfang hatte.»

Bester Deutscher auf der Königsetappe war Udo Bölts (Heltersberg) vom Team Telekom als 13. mit 4:08 Minuten Rückstand. Auch der deutsche Meister Rolf Aldag (Ahlen) mischte lange Zeit kräftig mit. Beide kämpfen verbittert um den vermeintlich letzten freien Platz im neunköpfigen Telekom-Tour-Team, dessen Zusammensetzung bekannt gegeben wird. Einen Einbruch hatte Lokalmatador Alex Zülle vom Essener Team Coast erlebt, der lange zu den Verfolgern gehörte, am Ende aber neuneinhalb Minuten auf Konyschew einbüßte.

Die Entscheidung über die Nachfolge Oscar Camenzinds als Tour de Suisse-Sieger dürfte am Wochenbeginn fallen. Auf der 7. Etappe von Locarno nach Naters (160 Km) ist mit dem 2 478 Meter hohen Nufenen der höchste Berg der Tour durch die Schweiz zu bezwingen. Am Dienstag steht das Bergzeitfahren von Sion nach Crans Montana über 25 km auf dem Programm. Das soll ein ernsthafter Test für Armstrong im Hinblick auf das Tour-Bergzeitfahren nach Chamrousse über 32 Km werden und könnte ihm den Sprung an die Spitze bringen.

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