Sauerlands Wright holt gegen Eisenbarth Sprinttrikot

Schnapsidee: Uhlig fährt bei Tour of Antalya ins Bergtrikot

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Schnapsidee: Uhlig fährt bei Tour of Antalya ins Bergtrikot"
Henri Uhlig (Alpecin - Deceuninck) ist bei der Tour of Antalya ins Bergtrikot gefahren | Foto: Tour of Antalya

08.02.2024  |  (rsn) - Die deutschen Fahrer und Teams haben sich zum Auftakt der Tour of Antalya (2.1) von ihrer offensiven Seite gezeigt und gleich zwei Wertungstrikots abgestaubt. Während der Belgier Timothy Dupont (Tarteletto) mit seinem Sprintsieg am Ende der 1. Etappe das Gelbe Trikot übernahm, sicherte sich Henri Uhlig (Alpecin - Deceuninck) das Bergtrikot, der Neuseeländer Paul Wright holte für das Rembe Pro Cycling Team Sauerland das Zwischensprinttrikot.

Die beiden deutschen Kontinental-Teams am Start der Tour of Antalya - Sauerland und Bike Aid - hatten es auf dem 135 Kilometer langen Teilstück zwischen Side und Antalya auf die Sonderwertungen abgesehen und schickten mit Wright und Pirmin Eisenbarth auch je einen Fahrer in die vierköpfige Ausreißergruppe, die sich bei unangenehmen Bedingungen mit einsetzendem Regen und Wind gebildet hatte.

Den ersten Wertungssprint nach 48 Kilometern entschied Wright vor Eisenbarth für sich und auch beim zweiten, der für die Beyond Antalya-Wertung zählte, setzte sich Wright vor dem Deutschen durch und sicherte sich damit das Grüne Trikot der Beyond Antalya Sprintwertung.

"Wir wollten heute entweder die Sprintwertung oder die Bergwertung holen. Die Jungs waren ab Kilometer 0 vorne dabei und bereit für das Rennen. Paul schaffte es schließlich in eine Gruppe, mit der Alpecin und Bahrain leben konnten. Ich habe Paul informiert, auf wen er beim Sprint achten sollte und er hat das recht souverän gelöst", freute sich Greg Henderson, der neue Sportliche Leiter der Sauerländer, gegenüber radsport-news.com.

"Das Ziel war es, dass ich in die Gruppe gehe. Unser Ziel war es, das Beyond Antalya Trikot zu holen und uns entsprechend auf den Sprint beim Kilometer 100 zu konzentrieren. Das hat leider nicht geklappt. Der Fahrer von Sauerland war einfach besser und schneller", gestand Eisenbarth gegenüber radsport-news.com.

Paul Wright (Rembe Pro Cycling Sauerland) hat sich bei der Tour of Antalya das Zwischensprinttrikot gesichert. Foto: Tour of Antalya

Das Ausreißerquartett lag noch bis zu Beginn der einzigen Bergwertung des Tages bei Kilometer 115 vorne, wurde dort dann aber vom Feld wieder gestellt. Im knapp 1000 Meter langen und fast neun Prozent steilen Anstieg war schließlich Uhlig der Stärkste und sicherte sich das orangefarbene Trikot des bergbesten Fahrers.

"Das war eher eine Schnapsidee. Ich meinte noch zu meinen Teamkollegen vor dem Start: `Es gibt nur eine Bergwertung, der Anstieg ist nur eine Minute lang, da könnte man ja drauffahren. Als Tudor die Ausreißer im Anstieg stellte, fuhr ich auf Position vier und dachte mir: Wenn keiner losfährt, dann fahre ich jetzt los", berichtete Uhlig gegenüber radsport-news.com. So startete er 100 Meter vor dem Ziel seinen Antritt und keiner konnte ihm folgen. "Jetzt habe ich als Nicht-Bergfahrer das Bergtrikot und es hat zum Glück nicht viel Energie gekostet, so dass ich im Leadout immer noch helfen konnte. Die Minute hat sich jedenfalls gelohnt", so der Neo-Profi weiter.

Im Sprint spielten die deutschen Teams keine Rolle

Danach konzentrierten sich die Teams auf die Sprintankunft und ließen auch ein Ausreißerduo um den Schweizer Sebastien Reichenbach (Tudor) nicht mehr ziehen. Im Sprint konnten die deutschen Mannschaften und Teams allerdings keine Akzente mehr setzen. Bester Fahrer war der für Bike Aid fahrende Franzose Leo Bouvier, der Elfter wurde. Bester Sauerländer war Jonathan Rottmann auf Platz 18. "Johnny hatte bis zwei Kilometer vor dem Ziel seine Teamkollegen an seiner Seite und hat sich dann alleine durchgekämpft. Im Vergleich zur Mallorca Challenge ist er hier in den Sprint gekommen, was schon mal eine Verbesserung darstellt. Insgesamt bin ich mit dem Renntag zufrieden", schloss Henderson.

Team Vorarlberg hielt sich dagegen zum Auftakt zurück. So schickte die österreichische Mannschaft niemanden in die Spitzengruppe und konnte auch im Sprint keinen Fahrer im Vorderfeld platzieren. Bester Fahrer war der Österreicher Dominik Amann auf Rang 24. Die Stunde der Vorarlberger um Colin Stüssi, dem Sieger der letztjährigen Portugal-Rundfahrt, wird bei der Bergankunft am Samstag schlagen.

"Wir nutzen die Rundfahrt zum Saisonbeginn als erste Standortbestimmung. Bis auf einen kleinen Sturz von Tomoya Koyama sind wir gut durchgekommen. Im hektischen Finale haben wir uns leider verloren und dadurch ein gutes Ergebnis verpasst. Das versuchen wir auf den nächsten Etappen, die uns mehr entgegenkommen, zu optimieren", sagte Vorarlberg-Fahrer Lukas Meiler zu radsport-news.com.

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