Profi-Radsport

Deutsche Frauen enttäuschen im Zeitfahren

10.10.2001 -

Lissabon (dpa) - Nach dem gelungenen WM-Auftakt mit der Silbermedaille für Sebastian Lang folgte für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) die Ernüchterung. Am zweiten Tag der Weltmeisterschaft in Lissabon, der geprägt war vom 13. Titelgewinn der fast 43-jährigen Jeannie Longo-Ciprelli aus Frankreich, ging der BDR bei der Medaillenvergabe leer aus.

Großes Pech hatte die Olympia-Zweite Hanka Kupfernagel aus Berlin, der die Kette unmittelbar nach dem Start riss. Dadurch kam die zweifache Cross-Weltmeisterin aus dem Rhythmus und in der Endabrechnung im 19,2 km langen Zeitfahren nur auf Rang 17. Die ehemalige Verfolgungs-Weltmeisterin Judith Arndt aus Frankfurt/Oder (30:03,62) erreichte mit Rang fünf das beste deutsche Resultat. Die Junioren, offenbar nervlich überfordert, enttäuschten auf der ganzen Linie.

Im Zeitfahren der Frauen bewies Jeannie Longo-Ciprelli großes Stehvermögen. Die «große alte Dame» des Radsports siegte in 29:08,55 Minuten vor der Schweizerin Nicole Brändli (29:08,96) und Teodora Ruano Sanchon (Spanien/29:53,16). Titelverteidigerin Mari Holden (USA) kam nicht auf das Treppchen.

Für Hanka Kupfernagel lief das Rennen von Beginn an schlecht. Unmittelbar nach dem Start hatte die Berlinerin ein mechanisches Problem am Rad, so dass sie nicht einmal unbeschadet von der Startrampe kam. Nach dem Kettenriss wechselte die Olympia-Achte im Zeitfahren das Rad und hatte schon alle Chancen auf die angepeilte Medaille verspielt. Jetzt bleiben ihr nur noch vage Hoffnungen für das Straßenrennen am Samstag.

Der WM-Auftakt nach Maß für die deutschen Straßenfahrer hatte die Junioren nicht inspiriert. Im Zeitfahren über ebenfalls 19,2 km kam Christoph Meschenmoser, Junioren-Verfolgungs-Weltmeister auf der Bahn, als bester Deutscher lediglich auf den 25. Rang unter 73 Startern. Der 18-jährige Ravensburger kam nicht mit der schweren Strecke zurecht. Auch der zweite deutsche Starter Christoph Pleier aus Murnau kam völlig aus dem Tritt und wurde 51.

Den Junioren-Titel holte sich der Belgier Jürgen van den Broeck, der in 27:28,30 Minuten nur 44/100 Sekunden Vorsprung vor dem Silbermedaillen-Gewinner Oleksander Kwatschuk (Ukraine) hatte. Bronze ging an den Niederländer Niels Scheunemann.

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