Profi-Radsport

Tour de France 2002 stoppt in Saabrücken

25.10.2001 -

Paris (dpa) - Die kürzeste Tour de France aller Zeiten führt 2002 wieder durch Deutschland. Ziel der zweiten Etappe beim bedeutendsten Radrennen der Welt wird Saarbrücken sein. Damit wolle man an den großen Erfolg des letzten Jahres anknüpfen, als die Frankreich-Rundfahrt durch Freiburg führte, sagte Tourdirektor Jean-Marie Leblanc bei der Tour-Präsentation in Paris.

Die Schleife 2002 beginnt mit einem Prolog am 6. Juli in Luxemburg und endet am 28. Juli in Paris. Nach dem erfolgreichen Kampf gegen die Doping-Skandale der letzten Jahre könne man die Tour jetzt wieder guten Gewissens präsentieren, sagte Leblanc. Mit 3282 Kilometern ist die 99. Auflage die kürzeste seit Bestehen. «Man kann nicht vorgeben, gegen Doping zu kämpfen, und den Fahrern andererseits immer mehr abverlangen», erklärte Leblanc.

Die Schwierigkeiten liegen im zweiten Teil mit fünf Berg-Ankünften - zwei in den Pyrenäen und drei in den Alpen. Der höchste Punkt dieser Tour gegen den Uhrzeigersinn ist mit 2645 Meter der Galibier in den Alpen. Auch der Mont Ventoux (1912 Meter) ist wieder im Programm. In den Alpen ist auch Les Deux-Alpes dabei, wo 1998 Marco Pantani die Tour entschied, während Jan Ullrich einbrach und das Rennen verlor. Das erste große Einzelzeitfahren führt über 55 Kilometer durch die Bretagne von Lanester nach Lorient. Bordeaux ist Ort des ersten von zwei Ruhetagen.

Bei der festlichen Vorstellung in Paris fehlten allerdings die Publikums-Lieblinge. Der dreimalige Tour-Sieger Lance Armstrong, der auch 2002 als Favorit startet, verzichtete auf den Flug von Texas nach Paris. Auch der zweitplatzierte Jan Ullrich, Tour-Sieger von 1997, war nicht dabei. Aus Deutschland war Erik Zabel angereist, der sechsmalige Gewinner des grünen Trikot, der im Pariser Kongress- Zentrum mit lang anhaltendem Beifall begrüßt wurde.

16 Teams sind bereits auf Grund ihrer bisherigen Leistungen qualifiziert. Einziger Vertreter Deutschlands ist das Team Telekom. Lance Armstrong tritt mit US Postal an. Auf der Liste Leblancs stehen ferner das französische Team Cofidis sowie fünf italienische Rennställe (Fassa Bortolo, Mapei, Alessio, Lampre, Tacconi) und vier spanische (Banesto, ONCE, Kelme, Euskaltel). Am 2. Mai des kommenden Jahres vergibt Leblanc fünf Einladungen, so genannte «Wild Cards».

Marco Pantani, der Tour-Sieger von 1998, kam nach Paris, weil er sich Hoffnungen auf eine Einladung macht. Das Gerichtsurteil von Bologna, das ihn vom Vorwurf des Doping-Betrugs freigesprochen hatte, dürfte seine Erwartungen bestärken. Auch die Deutschen der Teams Coast (Zülle und Escartin) und Gerolsteiner hoffen auf eine Einladung. Insgesamt werden 21 Teams mit insgesamt 189 Fahrern teilnehmen.

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