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11.10.2000 -
Plouay (dpa) - Die Berlinerin Hanka Kupfernagel hat die Chance auf eine weitere Weltmeisterschafts-Medaille verpasst. Auf dem 24,5 km langen WM-Zeitfahrkurs von Le Croisty nach Plouay in der Bretagne reichte es für die Olympia-Zweite im Einzelrennen nur zu Platz sechs, 59 Sekunden hinter der neuen Titelträgerin Mari Holden (USA).
Die 29-jährige hatte bei allen Messpunkten unterwegs die Bestmarken gesetzt und damit die Ambitionen der knapp 42-jährigen Jeannie Longo-Ciprelli vereitelt, den insgesamt 13. Weltmeistertitel zu erobern. Der Französin fehlten am Ende vier Sekunden am Gold. Dritte wurde die Litauerin Rasa Polikevicute (47 Sekunden zurück).
Im Gegensatz zu den Olympischen Spielen war die aus Thüringen stammende 26-jährige Berlinerin wieder auf ein älteres Zeitfahrmodell umgestiegen. «Mit dieser Maschine aus der Berliner FES-Werkstatt habe ich vor zwei Jahren in Valkenburg die Bronzemedaille gewonnen. In Sydney hatte ich kurz vor dem Start dieses Rad noch in die Ecke gestellt. Aber für die hiesigen Bedingungen war es genau das Richtige», erklärte Hanka Kupfernagel. Bis zur letzten Zwischenzeit lag sie auch auf Platz drei, dann kam ein leichter Einbruch, der die Medaille kostete.
«Wenn ich bei einer guten Leistung keine Medaille erobere, kann ich trotzdem erhobenen Hauptes nach Hause fahren», hatte sie vor dem Rennen erklärt. Das sah im Ziel des Zeitfahrens doch ein wenig anders aus, denn im ersten Ärger erklärte Ehemann Torsten, dass beide nun auf das Einzelrennen am Samstag zu verzichten und abreisen wollen.
Die zweite Deutsche, Judith Arndt aus Frankfurt (Oder), zeigte sich mit Platz neun ebenfalls nicht zufrieden. «Ich bin enttäuscht, aber bei den bisherigen Saison-Ergebnissen war wohl nicht mehr zu erwarten.» Die Frankfurterin bereitet sich jetzt noch auf den Start bei der Bahn-Weltmeisterschaft vor, ehe sie ganz als Profi auf die Straße wechseln will.
Nicht am Start war unter anderem die Titelverteidigerin und zweimalige Zeitfahr-Weltmeisterin Leontien Zijlaard. Die dreifache Goldmedaillengewinnerin von Sydney ist bereits im Urlaub. «Den hat sie sich auch verdient», kommentierte Hanka Kupfernagel.
Peter Mazur aus Polen gewann den Titel der Rad-Junioren im Einzelzeitfahren. Der in Amerika bei seinen Eltern lebende Mazur war mit seiner Fahrzeit von 30:58 Minuten 18 Sekunden schneller als der Russe Wladimir Gussew. Auf Platz drei kam mit Lukasz Bodnar (31:28) ein weiterer Pole auf das Siegerpodest. Bester Deutscher war der Erfurter Christian Müller auf Rang fünf. Müller fehlten 16 Sekunden am Gewinn einer Medaille. Der zweite deutsche Fahrer, Marcus Burghardt aus Chemnitz, wurde 14.
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