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"Man muss sich für Erfolg im Radsport nicht schämen."
(Deutschland Tour-Gewinner Linus Gerdemann)
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12.10.2000 -
Koblenz/Leipzig (dpa) - Radsport-Profi Udo Bölts wandelt auf neuen Pfaden und will auf Hawaii zum Ironman werden. Am Wochenende gibt der Fahrer vom Team Deutsche Telekom sein Debüt beim Triathlon-Klassiker auf der Pazifikinsel. Per Wild-Card ist der Heltersberger in das Starterfeld des weltberühmten Rennens gerückt und wird neben seinem Freund und Triathlon-Spezialisten Lothar Leder auf die Distanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen gehen.
«Der Ironman ist für mich eine tolle Sache und riesige Herausforderung», sagte Bölts. Als Radprofi hat der 34-Jährige an allen wichtigen Rennen teilgenommen. Neun Mal startete er bei der Tour de France. Der Hawaii-Ironman ist für ihn jedoch völliges Neuland. «Ich weiß nicht, was mich erwartet. Deswegen werde ich auch verhalten angehen», sagte Bölts.
Die Triathlon-Experten trauen dem Radspezialisten eine Fabelzeit in seiner Paradedisziplin zu. «Es kursieren Gerüchte, Udo könnte für die Strecke nur um die vier Stunden brauchen», sagte Leder. Bislang hatte der Bruchsaler Thomas Hellriegel bei seinem Sieg 1997 mit 4:24,50 Stunden die Radstrecke durch die Lavafelder am schnellsten absolviert.
Bölts will seine Kräfte jedoch dosieren und sich nicht auf seine Stärke auf dem Rad verlassen. «Warum sollte ich beim Radfahren alles geben und anschließend den Marathon nicht mehr durchstehen? 15 Kilometer bin ich bisher am Stück gelaufen, ein Marathon ist doch ein anderes Kaliber», sagte Bölts. Ankommen lautet für ihn das erste Ziel. Welche Platzierung er unter den insgesamt 1 584 Startern aus 53 Ländern belegt ist zweitrangig. Leder hat seine Erwartungen wesentlich höher geschraubt. Der Sieger des diesjährigen Ironman in Roth hat nach seiner Nichtberücksichtigung für die Olympischen Spiele in Sydney seinen Saisonhöhepunkt nach Hawaii verlegt und strebt nach zwei dritten Plätzen endlich den Sieg an.
Der 29-Jährige, der seine Stärken im Schwimmen und Laufen hat, bereitete sich mit drei Etappen bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt für Radprofis in seiner schwächsten Disziplin vor. Den Startplatz im Peleton um die Profis von Telekom, Mapei und Vini Caldirola hatte ihm Bölts besorgt. Leder hatte seinem Freund im Gegenzug die Wild-Card für Hawaii organisiert. «Als die Zusage kam, hat mich Udo gleich angerufen, so begeistert war er über die Startgenehmigung», sagte Leder.
Nach dem verletzungsbedingten Startverzicht von Routinier Jürgen Zäck (Schlüsselbeinbruch) könnte Bölts eine Schlüsselrolle zukommen. Da Zäck und Hellriegel mit enormem Radtempo das Favoritenfeld in der Vergangenheit immer sprengten, fehlt diesmal ein Antreiber neben Hellriegel. Der erste deutsche Hawaii-Sieger bereitete sich drei Wochen in Lanzarote vor. Zusammen mit dem Dänen Peter Sandvang und dem Schweizer Christoph Mauch absolvierte er auf dem Rad 600 bis 800 km in der Woche. Über 100 km legte er im Laufbereich zurück. «Er ist im Kopf fixierter und stärker geworden. Gerade im Laufbereich hat er hart an sich gearbeitet», bestätigte der ehemalige Bundestrainer Steffen Große, der das Training auf der heißen Vulkaninsel leitete.
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