Polen bei Friedensfahrt unschlagbar

20.05.2002  | 

Warschau (dpa) - Die Friedensfahrt ist sich treu geblieben. Wie in den vergangenen Jahren dominierten auch bei der 55. Auflage die Polen eindeutig das Geschehen. Mit Piotr Przydzial gewann ein Fahrer, den bereits vorher nicht wenige auf der Rechnung hatten.

Dass es für das polnische Team CCC Polsat zu einem Doppelsieg reichte, ist Ondrej Sosenka zu verdanken. Der Tscheche lag bis zum abschließenden Einzelzeitfahren nur drei Sekunden hinter seinem Kapitän, musste sich dann allerdings im Kampf gegen die Uhr mit weiteren vier Sekunden Rückstand auf Przydzial begnügen.

Einmal mehr enttäuschten die deutschen Mannschaften. Erst auf der Schlussetappe fuhr Thomas Liese aus Leipzig vom elften auf den fünften Platz nach vorn. Überraschend und erfreulich zugleich war der achte Rang von Stefan Schumacher. Der 20-Jährige vom Team Telekom zeigte nicht nur in den Bergen des Erzgebirges, sondern auch beim Einzelzeitfahren, was in ihm steckt. «Da ist Potenzial da. Ich freue mich für ihn, denn mit einer jungen Mannschaft ist man nicht automatisch vorn dabei», sagte Mario Kummer, sportlicher Leiter bei Telekom. Der Cottbuser Olaf Pollack vom Team Gerolsteiner konnte zu Beginn zwar die ersten drei Etappen gewinnen, spielte danach bis zu seinem Ausstieg aber keine Rolle mehr.

«Die beiden Erstplatzierten fahren in einer anderen Liga. Allerdings gibt es mir zu denken, wenn ich sehe, dass ich vor einem halben Jahr bei der Solidarnosc-Tour Przydzial im Zeitfahren eine Minute hinter mir ließ», sagte Liese. Dopinggerüchten, im vergangenen Jahr wurden Przydzial und Sosenka wegen eines zu hohen Hämatokritwertes von der Friedensfahrt ausgeschlossen, steht der Sieger gelassen gegenüber: «Mein Hämatokritwert liegt natürlich bedingt bei über 50.»

Die diesjährige Drei-Länder-Tour war auch eine Fahrt der Pannen und des großen Glücks. «1000 Schutzengel haben wir gehabt», sagte Thomas Barth, der Technische Direktor, nach dem Absturz des Fernseh- Hubschraubers am Freitag vor den Toren Warschaus. Wenige Meter neben dem Peloton stürzte er in einen Garten. Wie durch ein Wunder gab es keine Verletzten.

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