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"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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24.05.2002 -
Campitello/Chieti/Berlin (dpa) - Jens Heppner verteidigte locker sein Rosa Trikot, Bert Grabsch verpasste zum zweiten Mal nur knapp einen Etappensieg: Zumindest die deutschen Radprofis sorgten beim 85. Giro d`Italia für erfreuliche Nachrichten. Sechs Tage nach Rang drei in Varazze fuhr Grabsch nach 203 Kilometern in Chieti als Zweiter über die Ziellinie.
Den Sieg holte mit 37 Sekunden Vorsprung Solist Denis Lunghi aus Italien. Das Feld mit Heppner folgte mit fast acht Minuten Rückstand auf den Tagessieger.
Die Fahrer hatten die erste Stunde bei Regen in sehr gemächlichem Tempo absolviert. Dem italienischen Fernsehen zufolge sollen die Teamchefs miteinander diskutiert haben, nachdem es erneut heftige Turbulenzen gegeben hatte. Gilberto Simoni konnte sich nur kurz über seinen Etappensieg freuen. Die Giro-Rennleitung zog Konsequenzen aus dem nachgewiesenen Kokain-Doping beim Vorjahressieger und drängte den italienischen Radprofi auszusteigen, obwohl eine theoretisch mögliche B-Proben-Analyse noch aussteht.
Am Mittwoch war der Giro-Sieger von 2000, Stefano Garzelli, disqualifiziert worden, nachdem ihm die Einnahme des verbotenen Mittels Probenecid, zur Verschleierung von Doping-Mitteln geeignet, nachgewiesen worden war. Auf Druck der Direktion verließ am Freitag auch Roberto Sgambelluri (Italien) aus dem Pantani-Team Mercatone Uno den Giro. Der ehemalige Telekom-Profi war des Blut-Dopings überführt worden. Auch sein Teamchef Marco Pantani, der seit Beginn der Italien-Rundfahrt der Konkurrenz nur hinterher zuckelt, scheint vor dem Giro-Aus zu stehen.
«Für mich ist der Giro zu Ende. Ich habe eine Bronchitis», erklärte der Giro- und Tour-Sieger von 1998, der seit drei Jahren in ständigem Kontakt mit den Justizbehörden seines Landes wegen verschiedener Doping-Affären steht. Während Pantani am Freitag jedoch nicht als Ausfall gemeldet wurde, gab der Italiener Davide Rebellin, Topfahrer des deutschen Teams Gerolsteiner, wegen Magen-Darm- Beschwerden auf.
Simoni, der Heppner auf der elften Etappe 1:02 Minuten abgenommen hatte, wurde direkt vom Siegerpodest von drei Polizisten zum Verhör gebeten. Nicht einmal duschen konnte der Etappensieger von Campitello vorher. Der 30-Jährige wurde mehr als zwei Stunden zu den Ursachen seiner positiven A-Probe vom 24. April durch die Internationale Anti-Doping-Agentur (WADA) befragt. Simoni blieb bei seiner Version, eine Betäubungsspritze beim Zahnarzt habe ihm zu der positiven Analyse verholfen. Jetzt ist für ihn und sein Team auch ein Start bei der Tour de France unwahrscheinlich. Damit darf das deutsche Team Coast auf eine nachträgliche Einladung hoffen.
Doping und Drogen sind weiter der Stoff für die Schlagzeilen beim Giro. Heppners beherzter Kampf im Rosa Trikot geht fast unter. Auch am Freitag widmete die mitveranstaltende «Gazzetta dello Sport» dem 37-Jährigen, seit vergangenem Samstag Spitzenreiter, nur wenig Platz in der Berichterstattung. Die Zeitung bezeichnete ihn wenig schmeichelhaft als «Opa Heppner», bescheinigte ihm aber großen Kampfgeist. Der am Knie lädierte Jan Ullrich, immer noch mit Trainingsverbot belegt, gratulierte seinem sonstigen Zimmer-Nachbarn via Handy. Er hatte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage angerufen, als Heppner den Giro-Gipfel erklommen hatte.
Auf seiner Internetseite ließ der Olympiasieger wissen: «So leicht wird sich `Heppe` nicht aus dem Trikot fahren lassen.» Aber trotzdem dürften die Tage des ersten deutschen Radprofis in Rosa seit 21 Jahren gezählt sein, auch wenn Heppner auf der zwölften Etappe keine Probleme hatte. In der Gesamtwertung blieb es beim knapp dreiminütigen Vorsprung auf den Italiener Francesco Casagrande.
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