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30.05.2002 -
Folgaria (dpa) - Beim großen Comeback des Russen Pawel Tonkow hat der italienische Abfahrtspezialist Paolo Savoldelli beim 85. Giro d`Italia das Rosa Trikot des Spitzenreiters übernommen.
Auf der schweren zweiten Dolomiten-Etappe über vier Pässe und 222 km setzte sich der 33-jährige Giro-Sieger von 1996 etwa 14 km vor dem Ziel am 1614 m hoch gelegenen Passo Coe von seinem letzten Begleiter ab und erkämpfte seinen sechsten Etappensieg beim Giro.
Als Zweiter mit 2:10 Minuten Rückstand auf den Russen entriss Savoldelli dem Australier Cadel Evans das erst tags zuvor von Jerns Heppner (Gera) übernommene Spitzentrikot. Der «Aussie» verlor am letzten Anstieg mehr als zehn Minuten auf den Etappensieger und büßte damit alle Chancen auf den Giro-Erfolg ein. Die Entscheidung um den Gesamtsieg dürfte nun zwischen dem Italiener und dem Amerikaner Taylor Hamilton beim Zeitfahren über 40 km fallen.
Jens Heppner, für den das Ende der rosa Zeiten bereits tags zuvor eingeläutet worden war, fiel auf der schweren Bergetappe noch weiter zurück. Mit 18 Rosa Trikots im Gepäck blickte der Thüringer dennoch zufrieden auf die elf ereignisreichsten Tage seiner zwölfjährigen Rad-Karriere zurück. «Es war eine schöne Zeit, aber mir war klar, dass ich die schwere Dolomiten-Etappe nicht im Rosa Trikot überstehen würde», sagte der 37 Jahre alte Telekom-Routinier. «Jetzt wird es schwer, am Schluss in Mailand noch unter die besten zehn zu kommen», meinte Heppner, der genug Trikots gesammelt hat, um jeden seiner Team-Kollegen mit dem begehrten Erinnerungsstück zu beglücken.
Auch der bereits in Straßburg nach dem Tod seiner Mutter ausgeschiedene Telekom-Sprinter Danilo Hondo aus Cottbus soll bedacht werden. Die Veranstalter waren spendabel und statteten «Nonno Heppner» («Opa Heppner»), wie ihn die italienische Presse nennt, mit sieben Extra-Trikots aus.
Vor der 17. Etappe hatte die italienische Drogenfahndungsbehörde in Team-Hotels in Corvara und Colfosco die Zimmer einiger Profis durchsucht. Betroffen waren nach italienischen Zeitungsberichten mit Panaria, Mercatone Uno, Mapei und Saeco jene Teams, in deren Reihen überführte Dopingsünder gestanden hatten. Bei Mapei wurden medizinische Unterlagen des wegen Dopings ausgeschlossenen Stefano Garzelli sichergestellt. Der Giro-Sieger von 2000 war nach seinem Etappensieg bei der 2. Etappe in Lüttich positiv auf das Gichtmittel Probenecid - zur Verschleierung von Anabolika geeignet - getestet und daraufhin disqualifiziert worden. Bei Saeco durchsuchten die Beamten zunächst ein Wohnmobil, dann die Zimmer der im Giro verbliebenen Rennfahrer.
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