Profi-Radsport

Tour de Suisse: Zülle übersteht «Königsetappe» in Gelb

23.06.2002 -

Meiringen (dpa) - Alex Zülle ist auf dem Weg zum Gesamtsieg der 66. Tour de Suisse einen wichtigen Schritt vorangekommen. Der Schweizer Coast-Kapitän behauptete auch auf der «Königsetappe» über 147,7 Kilometer rund um Meiringen sein Gelbes Trikot und hat als großen Trumpf das Zeitfahren am letzten Rundfahrt-Tag in Hinterhand.

Zülle führt im Gesamtklassement neun Sekunden vor seinem ehemaligen Festina-Team-Kollegen und Landsmann Laurent Dufaux.

Den Tagessieg auf dem 5. Tagesabschnitt über drei Alpenpässe und 3763 Höhenmeter, der von einem schweren Sturz Alexander Winokurows überschattet war, sicherte sich Francesco Casagrande, der am Freitag auf der ersten Bergetappe enttäuscht hatte. Der Italiener, vom vergangenen Giro wegen eines Faustschlags suspendiert, siegte vor dem Schweizer Andreas Moos, 19 Sekunden vor der Zülle-Gruppe.

Der Schweizer, der vor dem ersten Sieg in seinem Heimatland steht, profitierte auch von einem Sturz seines ärgsten Widersachers Winokurow vom Telekom-Team, der auf der rasenden Abfahrt vom Susten in einer unübersichtlichen Rechtskurve zu Fall kam. Der Olympia- Zweite, der die dritte Etappe gewonnen hatte, konnte das Rennen nach kurzer Behandlung mit Schürfwunden und Prellungen zwar fortsetzen. Er fiel im Gesamtklassement aber vom zweiten Platz weit zurück.

Unklar ist, ob Winukurow das Rennen fortsetzen kann. «Er ist gleich nach dem Ziel, das er mit etwa 20 Minuten Rückstand aus eigener Kraft erreichte, ins Krankenhaus gekommen. Von außen waren jetzt erst Mal nur Schürfwunden und Prellungen zu sehen. Ich hoffe, er ist nicht ernsthafter verletzt, so dass Gefahr für die in 14 Tagen beginnende Tour de France bestehen könnte. Ob er die Tour de Suisse am Montag fortsetzen kann, steht jetzt noch nicht fest», erläuterte Telekom-Teamchef Mario Kummer.

Die vierte Etappe von Chur nach Ambri über 160 km hatte der niederländische Sprinter Leon van Bon vor dem Italiener Daniele Nardello gewonnen. Der Weltranglisten-Spitzenreiter Erik Zabel (Unna), der die zweite Etappe für sich entschieden hatte, war Schnellster des Verfolgerfeldes. Die sechste Etappe am Montag führt über 176,9 Kilometer von Interlaken nach Verbiers.

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