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18.07.2002 -
La Mongie (dpa) - Lance Armstrong und Erik Zabel waren die großen Sieger der ersten Pyrenäen-Etappe der Tour de France von Pau in die Skistation nach La Mongie. Der dreifache Toursieger machte seine leichte Schwäche vom Zeitfahren in Lorient vergessen und holte sich mit einem Etappensieg das Gelbe Trikot.
Der Weltranglisten-Spitzenreiter Zabel löste Robbie McEwen an der Spitze der Punktwertung wieder ab und eroberte «sein» Grünes Trikot zurück. Der unter Doping-Verdacht geratenen Spanier Igor Gonzalez de Galdeano konnte nicht folgen und fiel auf den dritten Platz im Gesamtklassement mit 1:48 Minuten Rückstand auf Armstrong zurück.
Wie die vergangenen drei Jahre in Sestrieres, Hautacam und L`Alpe d`Huez nutzte Armstrong wieder die erste Bergetappe, um sich eindrucksvoll in Szene zu setzen. Der Texaner zeigte auf der 12,8 km langen Schlusssteigung auf den Tourmalet der Konkurrenz, wer der Tour-Boss ist. Im Ziel der 11. Etappe spurtete er Joseba Beloki und seinen Team-Kollegen Roberto Heras (beide Spanien) nieder. Armstrong setzte sich vor der zweiten Pyrenäen-Etappe mit 1:12 Minuten Vorsprung vor Beloki an die Spitze des Gesamtklassements und war voll des Lobes über Heras.
«Er war heute der Mann des Tages. Was Roberto speziell, aber vorher auch mein ganzes Team geleistet haben, war unglaublich. Es war heute sehr schwer, sehr heiß und ich bin sehr glücklich», sagte Armstrong im 1715 m hoch gelegenen Ziel. Heras, vor zwei Jahren Gewinner der Spanien-Rundfahrt, hatte auf den entscheidenden letzten sechs Kilometern für ein Höllentempo gesorgt. Außer Armstrong konnte nur Galdeanos Team-Kollege Beloki folgen. 200 m vor dem Ziel setzte Armstrong zum Schlussspurt an und holte sich nach seinem Erfolg beim Prolog den zweiten Tageserfolg und 20 Sekunden Zeitgutschrift.
Zabel, am Start in Pau mit 209 Punkten einen Zähler hinter dem seit Mittwoch führenden Robbie McEwen in der Punktwertung, nutzte die Schwächen des Australiers gnadenlos aus. In einer großen Verfolger-Gruppe hinter dem Ausreißer Laurent Jalabert (Frankreich), der nach 35 km attackiert hatte, fehlte McEwen nach dem Aubisque auf dem Weg zur zweiten Sprint-Zwischenwertung des Tages 26 km vor dem Ziel.
Das Team Telekom - auch der durch eine Rippenprellung schwer angeschlagene Rolf Aldag - und Armstrongs US-Postal-Team machten das Tempo. Die Mühe brachte Erfolg: Zabel kam am Fuß des Schlussanstiegs in Bagneres-de-Bigorre zu vier Punkten für den zweiten Platz hinter dem vorauseilenden Jalabert. Damit gehörte das Grüne Trikot wieder dem Weltranglisten-Spitzenreiter aus Unna.
Auf der gefährlichen Abfahrt vom Aubisque (1709 Meter) war der Berliner Jens Voigt gestürzt und hatte sich Verletzungen an der rechten Körperseite zugezogen. Besonders sein Knie war betroffen. Der Etappensieger und Träger des Gelben Trikots aus dem Vorjahr biss die Zähne zusammen und kämpfte sich wieder ans große Feld heran. Zwischendurch konsultierte Voigt den Tour-Arzt Gerard Porte, konnte seine Fahrt bis ins Ziel nach La Mongie, fünf Kilometer unterhalb des Gipfels des Tourmalet, aber fortsetzen.
Der 33-jährige Jalabert hatte vor zwei Tagen seinen Rücktritt nach 14 Profijahren und 160 Siegen für das Ende der Saison angekündigt. Am Donnerstag ließ der Südfranzose aus Mazamet die Herzen der Franzosen noch ein Mal höher schlagen, auch wenn er nach über 120 km langer Flucht 3,5 Kilometer vor dem Ziel eingeholt wurde. Wie im Vorjahr strebt er bei seiner letzten Tour das rot-weiße Bergtrikot an, das er sich am Donnerstag zum ersten Mal überstreifen durfte.
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