Zitat der Woche:
"Wir werden noch weiter um den Fortbestand des Teams kämpfen."
(Hans-Michael Holzcer, der noch keinen neuen Sponsor für sein Team gefunden hat)
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26.07.2002 - Berlin/Hamburg (dpa) - Bundesinnenminister Otto Schily plädiert für einen verständnisvollen Umgang mit dem wegen eines Doping- Vergehens gesperrten Radprofi Jan Ullrich. «Wegen eines Ausrutschers sollte man nicht den Stab über einen jungen Menschen brechen, der in einer Krise steckt», sagte Schily in einem Interview mit dem in Berlin erscheinenden «Tagesspiegel».
«Jan Ullrich ist ein sympathischer Sportler, den wir die sportliche Karriere nicht verbauen sollten.» Der seit Monaten verletzte Ullrich war vom Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) für sechs Monate gesperrt worden. Dem Olympiasieger und Tour-de-France-Gewinner von 1997 waren bei einem Doping-Test am 12. Juni verbotene Amphetamine nachgewiesen worden. Der vom Team Telekom beurlaubte Fahrer gab am 6. Juli zu, bei einem Disco-Besuch zwei Tabletten geschluckt zu haben. Die Staatsanwaltschaft München hat ebenfalls Ermittlungen gegen ihn eingeleitet.
«Ich kann einem jungen Mann, der als Idol hochgejubelt wird und der damit nicht klarkommt, nicht verdammen, wenn er einmal eine kleine Schwäche zeigt», sagte Schily. «Ich sehe das so, dass sich da ein junger Mann in einer depressiven Phase falsch verhalten hat.»
In dem Interview sprach sich der auch für den Sport zuständige SPD-Minister gegen ein Anti-Doping-Gesetz aus und stellte sich damit gegen das Programm seiner Partei. Laut Schily kann das Anti-Doping- Gesetz dazu führen, «dass sich der Sport für das Thema nicht mehr verantwortlich fühlt». Er sagte weiter: «Vater Staat sollte nicht alles regeln. Wir können nicht einerseits auf die Autonomie des Sports setzen und ihn andererseits aus der Verantwortung nehmen.»
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