Profi-Radsport

Bettini holt Weltcup-Führung durch Sieg in San Sebastian

10.08.2003 - San Sebastian/Berlin (dpa) - Paolo Bettini hat die Abwesenheit der Tour-Helden Lance Armstrong und Jan Ullrich zu einer persönlichen Rekordjagd genutzt. Mit dem Sieg bei der baskischen «Clasica San Sebastian», der siebenten von zehn Weltcup-Stationen, schrieb der derzeitige Weltranglisten-Erste vom Team Quick Step zumindest ein kleines Kapitel Radsport-Geschichte.

Dem Italiener gelang es als erstem Profi in dem seit 1989 ausgefahrenen Wettbewerb, drei Weltcup- Rennen in einer Saison zu gewinnen. Er war bereits bei Mailand - San Remo und zuletzt bei den HEW-Cyclassics in Hamburg erfolgreich. Der Titelverteidiger holte sich zudem die Führung im Gesamtklassement 2003.

Das Rennen in San Sebastian wurde überschattet vom Tod eines 41-jährigen Motorradfahrers aus dem Weltcup-Begleittross, der in einem Kreisverkehr von der Fahrbahn abkam und stürzte. Er erlag später in der Klinik seinen Verletzungen, teilte das Innenministerium des Baskenlands mit. Zudem hatte es während der 227 km eine Demonstration von Polizisten gegeben, die höhere Gehälter verlangen.

«Bevor ich eine Pause mache, um mich auf die WM vorzubereiten, würde ich gern noch gegen die schärfsten Gegner gewinnen», sagte der neue Weltcup-Spitzenreiter dem Tour-Sieger Armstrong (USA) und dem Zweiten Ullrich (Scherzingen) bereits den Kampf an. Beide wollen beim 8. Weltcup in Zürich wieder an den Start gehen. «Noch ist nichts entschieden», meinte der italienische Meister Bettini, der mit 300 Punkten vor dem Belgier Peter van Petegem (203), dem Niederländer Michael Boogerd (164) und Landsmann Davide Rebellin (151) vom Team Gerolsteiner die Gesamtwertung anführt.

Die Vorentscheidung beim 227 km langen Klassiker fiel wie vorausgesagt beim Anstieg auf den 455 m hohen Jaizkibel 32 km vor dem Ziel. Dort hatte sich eine neunköpfige Spitzengruppe mit dem 29 Jahre alten späteren Sieger Bettini und dem Zweiten Ivan Basso (Italien) abgesetzt. Das Duo fuhr auf den letzten Kilometern noch 20 Sekunden auf die Landsleute Danilo di Luca und Francesco Casagrande heraus.

Bei Temperaturen von fast 40 Grad hatte lange Zeit Jörg Jaksche (Ansbach) die Szenerie mitbestimmt. Zusammen mit drei anderen Fahrern hatte sich der Once-Profi, der für die neue Saison von mehreren Rennställen umworben wird, schon kurz nach dem Start abgesetzt. Erst nach über 170 km wurde die Ausreißergruppe gestellt.

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