Bartko/Fulst gewinnen Berliner Sechstagerennen

28.01.2004  |  Berlin (dpa) - Ein solches Finale der Sechstage-Saison hat das Berliner Velodrom an der Landsberger Allee noch nicht erlebt. Zwei Lokalmatadore, die seit 1995 nach einem wenig geglückten Versuch in der Jugend kein gemeinsames Zweier-Rennen bestritten haben, feierten den Gewinn der 93. Berliner Sixdays.

Der 28-jährige Robert Bartko und sein 33-jähriger Partner Guido Fulst haben dabei mit einer taktischen Meisterleistung ein fast schon verlorenes Rennen für sich entschieden und sich damit auf besondere Weise für die Olympischen Spiele in Athen empfohlen.

Die beiden Doppel-Olympiasieger aus der Hauptstadt gewannen erst im letzten Moment der Großen Jagd über 60 Minuten das Rennen, als ihnen drei Runden vor Ende noch der nötige Rundengewinn gelang. Bis dahin fuhren sie lediglich auf Platz 3. So fingen sie kurz vor dem Ende des Spektakels noch die bisherigen Spitzenreiter Marco Villa/Franco Marvulli (Italien/Schweiz) und Andreas Kappes/Andreas Beikirch (Köln/Titz) ab, die dann mit Rundenrückstand die nächsten Plätze einnahmen.

Das Rennen riss die 13 000 Zuschauer im ausverkauften Velodrom (insgesamt 76 000 Besucher) von den Sitzen. Vier Teams waren zu Beginn innerhalb einer Runde und nur durch 23 Punkte getrennt: So spannend war es seit dem Sechstage-Neubeginn 1997 in Berlin noch nie gewesen. Bartko/Fulst griffen 20 Runden vor Schluss vehement an und fuhren an die Spitze. Der letzte Sieg eines Berliner Fahrers in der Heimatstadt liegt 31 Jahre zurück. Damals gewann der Berliner Wolfgang Schulze an der Seite von Sigi Renz aus München.

«Vor solch einer Kulisse in der Halle zu gewinnen, in der wir jahrelang gemeinsam trainiert haben - das ist das Größte», urteilte Bartko, der gemeinsam mit Fulst auf die interne Qualifikation der Nationalmannschaft am 10. Februar in Frankfurt (Oder) blickt. Hier geht es um die Tickets zur WM in Melbourne im Mai und den Olympischen Spielen im Sommer: Da wollen beide ihren Vierer-Erfolg von Sydney wiederholen und Bartko will, wenn möglich, auch wieder in der Einzelverfolgung glänzen.

Eine Fortsetzung der gerade neu geschmiedeten Partnerschaft bei weiteren Sechstagerennen schließen beide nicht aus: «Wir haben so viele Jahre gemeinsam trainiert, wieso wir eigentlich nicht schon viel früher unser Glück als Zweier-Mannschaft versucht haben, kann ich nicht sagen. Irgendwie sind wir in den vielen Jahren beim SC Berlin verschiedene Wege gegangen. Fulst im Vierer, ich immer mit mehr Blick auf die Einzelverfolgung», meinte Bartko, der im niederländischen Rabobank-Team auf den großen Durchbruch auf der Straße noch wartet.

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