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25.04.2004 - Lüttich (dpa) - Dieser Hattrick bringt Davide Rebellin einen festen Platz in der Radsport-Geschichte. Der 32-jährige Italiener sicherte sich nach dem Amstel Gold Race vor einer Woche und dem Flèche Wallonne in Lüttich auch den Sieg im dritten Ardennen-Klassiker.
Rebellin gewann nach 258,5 km die 90. Auflage von Lüttich-Bastogne-Lüttich und sorgte mit seinem dritten Erfolg in Serie für ein Novum im Radsport. «Mein größter Traum ist in Erfüllung gegangen», jubelte der zierliche Venezianer, der am 1. Mai in Frankfurt/Main als Vorjahressieger von «Rund um den Henninger Turm» seinen phänomenalen Siegeszug fortsetzen will.
Durch seinen Triumph in Lüttich übernahm der Kapitän der Gerolsteiner-Mannschaft nach dem fünften von zehn Rennen auch das weiße Trikot des Spitzenreiters im Weltcup. Sein Teamchef Hans- Michael Holcer hatte sich schon nach Rebellins Erfolg im Amstel Gold Race vor lauter Freude eine Glatze scheren lassen. Die Kunde vom erneuten Rebellin-Sieg erreichte ihn bei der Niedersachsen-Rundfahrt. Der in der Schweiz lebende Wolmirstedter Steffen Wesemann vom T-Mobile-Team, Gewinner der Flandern-Rundfahrt, hatte das Trikot des Spitzenreiters im Weltcup seit Paris-Roubaix getragen. Der Wettbewerb wird am 1. August mit den HEW Cyclassics in Hamburg fortgesetzt.
Rebellin verwies den Niederländer Michael Boogerd nach einem spannenden Finale auf den zweiten Platz, Dritter wurde Alexander Winokurow vom T-Mobile-Team. «Auf dem Weg zum Giro d`Italia, wo ich mit meiner Superform vielleicht auch etwas bewegen kann, kommt jetzt der Henninger Turm. Bei der großen Begeisterung in Deutschland wäre es doch schön, wenn ich da auch gewinnen könnte», sagte der mit einer Anwältin verheiratete Rebellin nach seinem Sieg beim ältesten Klassiker der Welt, der 1892 zum ersten Mal ausgetragen wurde. Letzter deutscher Gewinner in Lüttich war 1979 Dietrich Thurau.
Das Finale hatte Jörg Jaksche, der Gewinner von Paris- Nizza, mit einem Vorstoß eingeleitet. 50 km vor dem Ziel stieß der Ansbacher, der sich in dieser Woche bei einem Sturz einen Haarriss im Ellenbogen zugezogen hatte, zu einer vierköpfigen Spitzengruppe vor. Dahinter formierten sich die großen Favoriten im Hauptfeld, das 40 km vor dem Ziel noch über eine Minute Rückstand hatte. 25 km vor dem Ziel und vor den zwei letzten von insgesamt zehn Steigungen des schwierigen Parcours kam der Zusammenschluss.
Am letzten Anstieg, der Cote de Saint Niclas im italienischen Einwanderer-Viertel von Lüttich, war auch ein Vorstoß von Patrick Sinkewitz aus Fulda beendet. Danach kam es an der Spitze zu einem erbarmungslosen Ausscheidungs-Rennen der Top-Fahrer. Dabei bewies Rebellin, der zu Jahresbeginn seinen Vertrag bei Gerolsteiner bis 2005 verlängert hatte und seit 2003 für das Team aus der Vulkan-Eifel fährt, gegen Boogerd und Winokurow (Kasachstan) wieder den längsten Atem. «Er ist der im Moment stärkste Fahrer der Welt», staunte Rebellins Team-Kollegte Fabian Wegmann.
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