WM-Teilnahme wahrscheinlich

Ullrich: Die Form stimmt

19.09.2004  |  Prato/Berlin (dpa) - Jan Ullrich wird wohl Wort halten und zum Saisonabschluss an den Weltmeisterschaften am 29. September in Bardolino (Zeitfahren) und am 3. Oktober in Verona (Straßenrennen) teilnehmen.

Jedenfalls könnten die Ergebnisse in italienischen WM-Vorbereitungs-Rennen am Wochenende nach dem Tief von Athen auf ein kommendes Leistungs-Hoch hindeuten, so dass einem Start nichts mehr im Wege stehen dürfte. Nach seinem dritten Rang beim Giro del Lazio hinter Juan-Antonio Flecha (Spanien) und dem zweifachen Giro-Gewinner Gilberto Simoni (Italien) machte Ullrich auch in Prato einen soliden Eindruck. Beide Rennen gelten als WM- Qualifikation für die ambitionierten italienischen Profis.

Der 30-jährige T-Mobile-Kapitän belegte nach 194 km einen Platz im Hauptfeld, das nach der 12-köpfigen Spitzengruppe mit dem Tagessieger Nick Nuyens (Belgien) an der Spitze ins Ziel rollte. «Seine Form stimmt, er ist motiviert. Ich würde mich wundern, wenn er nicht zur WM antritt», sagte T-Mobile-Teamchef Mario Kummer. Seine endgültige Start-Entscheidung will Ullrich erst nach weiteren drei Test-Rennen in Italien bis spätestens kommenden Sonntag fällen. Bis dahin will der zweifache Zeitfahr-Weltmeister bei der Coppa Sabatini, beim Giro dell`Emilia und beim Grand Prix Beghelli starten.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat Ullrich jedenfalls sämtliche Hintertüren offen gelassen. «Die definitiven WM-Starter müssen 24 Stunden vor den Titelrennen benannt werden. In unserem vorläufigen 18-köpfigen WM-Kader, der am Montag gemeldet werden muss, steht sein Name ohnehin», sagte BDR-Vorstandsmitglied Karsten Schütze. Nach seinem mäßigen Abscheiden in Athen mit Rang 19 im Straßenrennen und dem siebten Platz im Zeitfahren hatte der Tour-de-France-Vierte Ullrich seinen WM-Start als Art Rehabilitation angekündigt, danach indirekt aber teilweise wieder in Frage gestellt.

Flecha feierte am Samstag seinen zweiten Saison-Erfolg. Im Sprint einer 21-köpfigen Ausreißergruppe ließ er seinen Konkurrenten keine Chance. Beim Kräfte zehrenden Rennen mit zahlreichen Anstiegen bewies Ullrich ansprechende Form. «Jan ist ein sehr gutes und vor allem mutiges Rennen gefahren. Er hat am letzten Berg vor dem Ziel entscheidend dafür gesorgt, dass sich die Spitze bildete und alle anderen weit zurückgefallen sind», sagte Ex-Profi Brian Holm, Sportlicher Leiter beim T-Mobile Team.

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