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01.05.2005 - (sid) - Einen neuen Vertrag vor Augen, das Ende der Durststrecke im Sinn: Vize-Weltmeister Erik Zabel steht beim 44. deutschen Rad-Klassiker "Rund um den Henninger Turm" heute (ab 10.50 Uhr live im HR/ab 15.20 Uhr live in der ARD) im Mittelpunkt. Nach 344 sieglosen Tagen will der T-Mobile-Kapitän endlich wieder als Erster über den Zielstrich fahren und seinen dritten Triumph in Frankfurt nach 1999 und 2002 feiern.
"Das ist für uns Deutsche immer ein besonderes Rennen", bekennt der Mann aus Unna. Für seinen Rennstall geht es darum, nach dem verpatzten Oster-Auftritt bei Rund um Köln (Sieger David Kopp von Wiesenhof) nicht auch das zweite Heimspiel zu vergeigen. Wie jedes Jahr werden Hunderttausende entlang der 211,3 km langen Strecke mit der Schleife durch den Taunus erwartet.
"Das macht es nicht einfacher, aber ich bin hochmotiviert und zufrieden, dass ich wieder schmerzfrei bin", meint der Sprinter, der zum Rekordsieger aufsteigen kann. Bislang steht er auf einer Stufe mit den Belgiern Georges Pintens (1969/1973) und Ludo Peters (1982/1983). Ein Erfolg würde dem 34-Jährigen vor der Vertragsverhandlung mit Teamchef Olaf Ludwig ("Nach Frankfurt setzen wir uns zusammen") in die Karten spielen. Seit zwölf Jahren fährt der Ur-Berliner für die Bonner Truppe, doch einen Wechsel - etwa zum deutschen Rivalen Gerolsteiner - schließt der sechsmalige Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour nicht grundsätzlich aus. Dabei spielt sicher auch mit, dass in den letzten Monaten mehrmals seine Tour-Teilnahme 2005 in Frage gestellt wurde.
Zabel schließt Wechsel nicht mehr kategorisch aus
"Das ist ein delikates Thema, das will ich nicht in der Öffentlichkeit diskutieren", sagt Zabel zum Vertragspoker. "Wenn aber Interesse besteht, können wir über alles reden." Allerdings wurde seine Verpflichtung bei Gerolsteiner bislang ausgeschlossen. "Das würde wohl unser Gehaltsgefüge sprengen", sagte Sportdirektor Christian Henn. Doch ein Top-Sprinter wird nach dem Dopingfall Danilo Hondo im Eifel-Team händeringend gesucht.
Letztmals konnte Zabel am 22. Mai 2004 nach einem Etappensieg bei der Bayern-Rundfahrt jubeln. Am Henninger Turm gelten Robbie McEwen (Australien), Juan Antonio Flecha (Spanien) oder Fabian Cancellara (Schweiz) als namhafte Konkurrenten. Sollte es zu keiner Sprintentscheidung kommen, setzt T-Mobile auf Steffen Wesemann, den Sieger der Flandern-Rundfahrt 2004, oder auf Matthias Kessler.
Für das Magenta-Team wäre es der zweite Saisonsieg nach dem Gewinn des Frühjahrsklassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich am vergangenen Sonntag durch Alexander Winokurow. Doch Sportdirektor Mario Kummer warnt: "Es wird nicht einfach. Im Gegenteil, wir sind besonders gefordert. Denn jeder erwartet, dass wir das Rennen kontrollieren."
Druck für Gerolsteiner weitaus geringer
Der Druck auf Gerolsteiner ist geringer, denn Davide Rebellin, der Sieger von 2003, verzichtet auf einen Start am Main und fährt derzeit die zur ProTour gehörende Tour de Romandie in der Schweiz. "Unsere Erwartungen sind nicht so groß. Wir haben eine junge Mannschaft am Start und hoffen, dass wir in den Ausreißergruppen vertreten sind", meint Henn und richtet seine Hoffnungen dabei auf Fabian Wegmann (Freiburg) oder Markus Zberg (Schweiz).
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