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31.07.2005 - (sid) - Nach 13 Jahren im Magenta-Trikot will Erik Zabel nun eine neue Aufgabe angehen. Der 35 Jahre alte Radprofi gab am Sonntag nach den Hamburger Cyclassics seine Trennung vom T-Mobile Team zum Saisonende bekannt. "Der Abschied fällt mir sehr schwer, aber vielleicht muss man nach so langer Zeit einen solchen Schritt riskieren", sagte der Sprintspezialist aus Unna: "Entscheidend ist für mich die sportliche Perspektive, die ich eher in einem neuen Team sehe."
Für welche Mannschaft er im kommenden Jahr fahren wird, ließ Zabel jedoch offen. "Es wird ein Drei-Jahres-Vertrag sein, aber der ist noch nicht unterschrieben. Und solange dies nicht der Fall ist, werde ich dazu auch nichts sagen", erklärte der Vizeweltmeister, der sich nach Informationen der "Gazzetta dello Sport" schon mit der italienischen Mannschaft Domina Vacanze einig sein soll. Das Team konnte in dem Italiener Alessandro Petacchi bereits den erfolgreichsten Sprinter der vergangenen Jahre für die kommende Saison verpflichten.
Tour-Ausbootung kein Grund für die Trennung
Dass seine Enttäuschung über seine Nicht-Nominierung für die diesjährige Tour, an der er im Juli erstmals seit elf Jahren nicht teilnahm, ausschlaggebend für seine Entscheidung war, wollte Zabel nicht bestätigen: "Das würde ich nicht miteinander verknüpfen."
Dennoch machte er keinen Hehl daraus, dass seine Ausbootung für die Tour, an deren Stelle er die Österreich-Rundfahrt bestritt, ein hartes Los für ihn gewesen sei: "Natürlich kickt mich ein Rennen mit tollen Zuschauern wie beispielsweise in Hamburg mehr als die Österreich-Rundfahrt."
Ludwig und Zabel werden Freunde bleiben
Auch das letzte Vertragsangebot seines langjährigen Arbeitgebers konnte ihn nicht zum Bleiben bewegen: "Ich denke, ich hätte ein besseres verdient gehabt." Dennoch seien die Verhandlungen mit dem neuen T-Mobile-Teamchef Olaf Ludwig "freundschaftlich" gewesen, so Zabel: "Wir haben mehrfach gesprochen und versucht, uns anzunähern, sind uns aber letztlich nicht einig geworden." Auch Ludwig bedauerte die Trennung von Zabel, mit dem er Anfang der 90er Jahre selbst noch bei Telekom zusammen gefahren war. "Es fällt schwer, aber ich muss Eriks Entscheidung akzeptieren. Wir werden sicher Freunde bleiben", meinte der Ex-Profi.
Zabel fuhr seit seinem Profidebüt 1993 ausschließlich für den Bonner Telekom-Rennstall sowie seit 2004 für dessen Nachfolge-Team T-Mobile. Mit 191 Straßensiegen avancierte er zum erfolgreichsten deutschen Radsportler. Unter anderem gewann der gebürtige Berliner zwölf Etappen bei der Tour de France sowie sechsmal das grüne Trikot des Punktbesten der Frankreich-Rundfahrt. Zu seinen größten Erfolgen zählen auch der Gewinn des Gesamtweltcups 2000 sowie insgesamt acht Klassikersiege - darunter viermal Mailand-San Remo.
In dieser Saison konnte Zabel mit dem Sieg beim Frankfurter Traditionsrennen "Rund um den Henninger Turm" bislang einen Erfolg verbuchen. Beim Giro d´Italia hatte er im Mai als zweimaliger Etappenzweiter den erhofften Tagessieg verpasst.
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