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"Man braucht keine Freunde, um ein Rennen zu gewinnen"
(Riccardo Ricco, zweifacher Tour-Etappensieger)
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30.07.2006 - Hamburg (dpa) - Nach dem Doping-Schock um Floyd Landis kämpfen die Radprofis bei den Hamburg Cyclassics mehr um das Image ihres Sports als um Bestleistungen.
Für die Organisatoren des Pro-Tour-Rennens kam die Enthüllung der positiven A-Probe des Tour-de-France-Siegers zum ungünstigsten Zeitpunkt. Auch wenn der Amerikaner seine Teilnahme ohnehin schon abgesagt hatte, dreht sich im Radsport derzeit alles nur noch um das Thema Doping - das Rennen am 30. Juli droht dagegen zur Nebensache zu werden.
Für die Cyclassics wurde die zeitliche Nähe zur Tour in diesem Jahr zum Bumerang - die ganz großen Namen fehlen bei der 11. Auflage des Rennens. Im Laufe der Woche sagten der Tour-Dritte Andreas Klöden und Weltmeister Tom Boonen ab. «So ein langes Eliterennen will ich mir noch nicht zumuten», sagte der Belgier, der bei der Tour wegen Entkräftung aufgegeben hatte. «Wir haben trotzdem ein starkes Feld», meinte Frank Bertling vom Veranstalter Upsolut.
Immerhin geht der Kasache Alexander Winokurow auf die 243 Kilometer lange Strecke, nachdem er die Tour verpasst hatte. Weil fünf Teamkollegen wegen ihrer Verwicklung in den Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes nicht in Frankreich fahren durften, bekam der Rennstall nicht mehr die erforderliche Fahrer-Zahl zusammen. In Winokurows neuem Astana-Team kehrt außerdem der frühere T-Mobile-Teammanager Walter Godefroot als Berater in den Profi- Radsport zurück.
Die deutschen Hoffnungen ruhen vor allem auf Erik Zabel, der sich Chancen auf einen zweiten Erfolg nach 2001 ausrechnet. «Ich glaube, dass ich um den Sieg mitfahren kann», sagte der Sprinter aus Unna, der seit dieser Saison das blaue Trikot des Milram-Teams trägt. Voraussichtlich geht auch Jens Voigt an den Start. Der Berliner vom Team CSC sollte eigentlich für die am Dienstag beginnende Deutschland-Tour geschont werden, steht nun aber doch auf der vorläufigen Starterliste, nachdem er zuvor das Paarzeitfahren in Bühl bestreiten wird.
Der Amerikaner Levi Leipheimer vom Team Gerolsteiner dagegen konzentriert sich ganz auf seine Titelverteidigung bei der Rundfahrt. Ein weiterer Mitfavorit rutschte kurzfristig von der Starterliste: Der Norweger Thor Hushovd, der bei der Tour sowohl den Prolog als auch die Schlussetappe auf den Champs-Élysées für sich entschied, hätte eines der Zugpferde sein sollen.
Das Interesse vieler Radsportfans wird sich in Hamburg aber ohnehin auf ein Gipfeltreffen abseits der Rennstrecke richten. Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, will sich mit Veranstaltern, Verantwortlichen der deutschen Pro-Tour-Teams, Sponsoren und Medizinern treffen, um einen Maßnahmenkatalog gegen Doping zu erarbeiten. Bis Ende September soll das Werk fertig sein. Auch die Cyclassics könnten in den nächsten Jahren davon profitieren.
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