Profi-Radsport

"Der Weg zum Betrug ist sehr weit"

Ullrich-Anwalt: Blutproben sind kein Dopingbeweis

04.04.2007 - Berlin (dpa/Ra) - Peter-Michael Diestel, einer der Anwälte des unter Doping-Verdacht stehenden Ex-Radprofis Jan Ullrich, sieht seinen Mandanten durch die Ergebnisse des DNA-Abgleichs nicht belastet.

Dass die beim mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes sichergestellten Blutproben dem Tour de France-Sieger von 1997 zugeordnet werden können, sei kein Doping-Beweis. «Vorausgesetzt, dass alles das stimmt, was jetzt ermittelt wurde, das heißt, dass in Spanien Blut unseres Mandanten gefunden wurde, heißt das doch noch lange nicht Doping. Von mir kursiert auch Blut. Ich habe einen Arzt in Rostock, ich habe einen Arzt in Berlin, ich habe einen Arzt in wer weiß wo. Das heißt doch noch lange nicht, dass mit dem Blut manipuliert wurde, dass es für Dopingzwecke und so weiter verwendet wurde. Der Weg bis zum Betrug ist sehr sehr weit», sagte Diestel dem Fernsehsender N24.

Werner Franke, Zellbiologe am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, hält die Dopingvorwürfe dagegen für schlüssig. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand viereinhalb Liter Blut in Konserven anlegen lässt nur aus Jux und Tollerei. Es ist ganz klar, was da ist. Es ist Blut gespeichert worden wie bei anderen Radsportlern auch. Dieses war vorbereitet worden, um es an Etappenorten zu reinfundieren», sagte Franke N24.