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26.05.2007 - (sid) - In Bjarne Riis hat der siebte ehemalige Telekom-Profi zugegeben, in den 90er Jahren Doping betrieben zu haben. Nach dem Geständnis des Tour-de-France-Siegers von 1996 hat die internationale Presse mit Entsetzen reagiert. In seiner dänischen Heimat schreibt Jyllands-Posten: "Die Schande ist vollkommen, aber nicht neu." Die spanische Sporttageszeitung Marca befürchtet: "Der Radsport verblutet", während Tuttosport (Italien) die Offenbarungen von Riis als "Neue Bombe im deutschen Dopingskandal" bezeichnet.
Die Pressestimmen im Einzelnen:
ITALIEN
Gazzetta dello Sport: "Die Lawine der Dopinggeständnisse im internationalen Radsport reißt nicht ab. Auch Bjarne Riis gibt zu, gedopt zu haben. Nach Henn und Zabel outet sich auch der Däne zu seinen Dopingsünden. Und das am Tag, an dem die Staatsanwaltschaft von Italiens Olympischen Komitee CONI eine 21-monatige Sperre für Ivan Basso verlangt. Die Welt des Radsports ist sprachlos."
Tuttosport: "Neue Bombe im deutschen Dopingskandal. Auch der Däne Riis gesteht, gedopt zu haben. Der internationale Radsportverband verlangt die Rückgabe des Gelben Trikots, das Riis im Jahr 1996 gewonnen hatte, obwohl das Vergehen verjährt ist. Die Flut der Geständnisse ist nicht mehr zu stoppen und beweist, welches Ausmaß Doping im internationalen Radsport erreicht hat."
Repubblica: "Nach Aldag und Zabel reißt die Geständniswelle im deutschen Radsport nicht ab. Dahinter könnten Aussagen aus dem Kreis um Ullrich stecken. Ullrichs Verteidiger haben großes Interesse zu beweisen, dass Telekom "Teamdoping" betrieb und dass Ullrich in ein "System" involviert war, das vor ihm aufgebaut worden war. Riis Geständnis bestätigt diese These."
La Stampa: "Schock im deutschen Radsport. Auch Bjarne Riis gesteht, EPO eingenommen zu haben. Erik Zabel, Rolf Aldag, Bert Dietz, Christian Henn und Udo Bölts, konnte das reichen? Nein, auch Riis, ein weiterer Vertreter des alten Telekom-Teams, seit Tagen im Mittelpunkt eines eklatanten Dopingskandals in Deutschland, gibt seine Verantwortung zu. Riis belastet die Ärzte, die Epo verabreicht haben statt sich um die Gesundheit der Radsportler zu kümmern. Riis bestätigt, was jeder schon weiß: Dass es in den 90er-Jahren extrem leicht war, mit Doping zu gewinnen."
FRANKREICH
L´Equipe: "Und jetzt Riis! Ein Manager auf Bewährung. Riis hat viel über seine Vergangenheit erzählt. Aber hat er eine Zukunft?"
Le Figaro: "Toursieger Riis gesteht auch Doping. Es gibt Geständnisse über Geständnisse. Nach Basso und Zabel zeigt jetzt Riis sein wahres Gesicht. Das ist das größte Geständnis überhaupt!"
Le Parisien: "Riis gesteht auch. Letztes Jahr war Riis der Manager des Italieners Ivan Basso beim Giro d´Italia, gestern war der CSC-Manager nicht in Italien, sondern in Dänemark um über seine Vergangenheit zu sprechen."
SPANIEN
Marca: "Der Radsport verblutet. Das hat gerade noch gefehlt! Ein Toursieger gesteht, dass er sich gedopt hat. Jetzt fehlt nur noch Ullrich."
AS: "Neuer harter Schlag gegen die Glaubwürdigkeit des Radsports. Das Geständnis von Bjarne Riis ist eine Bombe."
Sport: "Riis´ Geständnis ist ein Schlag ins Gesicht für den Radsport. Mit den schwarzen Jahren bei Telekom ist die deutsche "Seriösität" am Boden."
DÄNEMARK
Jyllands-Posten: "Die Schande ist vollkommen, aber nicht neu. Das ist nur das Geständnis (von Riis). Elf Jahre lang trug Riis das öffentliche Geheimnis, dass der Triumph seines Lebens auf systematischen Dopingmissbrauch gebaut ist."
Ekstra Bladet: "Manche so genannte Experten, denen der Radsport völlig egal ist, sagen heute, dass Riis gestern als ein Mann von Ehre auftrat. Er offerierte, man könne das Gelbe Trikot in seiner Garage abholen, denn das ist ihm heute völlig egal. Aber es steht auch fest, dass dieser Beitrag zur Bekennungsliteratur nur aus Rücksicht auf seine Firma (CSC Cycling) "und der weiteren Perspektive des Radsports" kommt."
Politiken: "Bjarne Riis hat sich, einen großen Teil der Konkurrenten und die Mehrheit seiner begeisterten Landsleute betrogen mit seinem fünfjährigen Dopingmissbrauch."
Berlingske: "Er ist vorgetreten, nach elf Jahren mit Lügen um seine Mannschaft CSC zu retten, und den Radsport weiterzuführen. Es scheint ehrenvoll, ist aber ein Tanz auf der dünnsten Linie. Denn schon nach den Geständnissen darf man natürlich fragen, ob es heute möglich ist, dem "Adler" zu glauben."