Profi-Radsport

Weiterer Freiburger Mediziner in Verdacht

28.05.2007 - (sid) - Die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Sylvia Schenk, hat einen weiteren Mediziner des Uniklinikums Freiburg im Doping-Skandal beschuldigt. "Dr. Olaf Schumacher hat mindestens in einem Fall daran mitgewirkt, dass einem Verdacht auf Einnahme von EPO nicht nachgegangen worden ist", sagte Schenk gegenüber Stern-online. Im Zusammenhang mit den Geständnissen diverser ehemaliger Radprofis sind von der Uniklinik Freiburg bislang die ehemaligen Team-Telekom-Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid sowie der langjährige Olympiaarzt Georg Huber suspendiert worden.

Schenk wirft Schumacher vor, 2004 daran mitgewirkt zu haben, auffällige Blutwerte des Bahnrad-Olympiateilnehmers und Ex-Weltmeisters Christian Lademann vor ihr als BDR-Chefin und der Nationalen Antidopingagentur (NADA) geheim gehalten zu haben.

Auffällige Blutwerte bei Bahnrad-Olympiateilnehmer Lademann

Am 8. Juni 2004 habe eine Untersuchung bei Lademann auffällige Blutwerte ergeben. Schumacher soll dies zwei Tage später an Bundestrainer Bernd Dittert weitergeleitet haben, der wiederum BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer informiert habe. Bremer habe dann Rücksprache mit Schumacher gehalten und erfahren, dass ein Verdacht auf Anwendung von EPO oder verwandter Substanzen nahelag.

Bremer soll den Mediziner dann gefragt haben, ob man gegen Lademann rechtliche Schritte und/oder ein Verfahren einleiten könne und die Untersuchungswerte des Arztes als Beweismittel anwendbar seien. Das habe Dr. Schumacher damals verneint. Man habe sich dann dazu entschieden, intern die Blutwerte des Sportlers zu beobachten.

"Es kann nicht sein, dass der Verdacht auf EPO-Doping auf dem kleinen Dienstweg verheimlicht wird. Es hätten sämtliche Alarmglocken schrillen und die Präsidentin informiert werden müssen", sagte Schenk dem Stern. Olaf Schumacher wies die Vorwürfe entschieden zurück. "Es gab keinen Grund, daraus einen Vorgang zu machen", sagte der Arzt. Die Blutwerte bei Lademann seien zwar erhöht gewesen, hätten aber nicht über dem Grenzwert gelegen.

Der Leiter der Abteilung für Rehabilitative und Präventive Sportmedizin in Freiburg, Hans-Hermann Dickhuth, stellte sich hinter seinen Kollegen: "Verdächtigungen in diesem Fall lehne ich strikt ab. Herr Schumacher hat sich zu jeder Zeit absolut korrekt verhalten."

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