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18.09.2007 - (Ra) - Jochen Dornbusch betreut im neunten Jahr die deutsche Frauen-Nationalmannschaft. Bei der Heim-WM in Stuttgart zählen die deutschen Frauen wieder zu den großen Titelfavoritinnen. Auch der Bundestrainer erwartet viel von seinen Fahrerinnen. „Das Ziel ist das WM-Trikot“, sagt der 50-jährige Dornbusch im Interview.
Wie verlief die Vorbereitung auf die WM?
Dornbusch: Wir konnten gute Resultate bei den Weltcups einfahren und ein Highlight war sicher der Sieg von Judith Arndt bei der Thüringen-Rundfahrt. Auch bei der Tour de l’Aude haben wir uns gut in Szene gesetzt, wobei gerade die Jüngeren einen großen Schritt nach vorne taten.
Leidet der Frauenradsport auch unter den jüngsten Dopingskandalen?
Dornbusch: Nein, – toi, toi, toi. Ich lege auch für alle meine Mädels die Hand ins Feuer, dass sie clean sind. Das hat ethische wie finanzielle Gründe. Und die Sportlerinnen können sich nicht vorstellen, zu betrügen.
2004 (Judith Arndt) und 2005 (Regina Schleicher) stellte ihr Team jeweils die Weltmeisterin. 2006 gab es Silber durch Trixi Worrack. Haben diese Erfolge dem Frauenradsport einen Schub versetzt?
Dornbusch: Man muss klar sehen, dass die Zuschauer eher wegen einem Jens Voigt an der Strecke stehen – aber die Frauen- Teams besitzen mittlerweile professionelle Strukturen, die man sich vor zehn Jahren nicht vorstellen konnte.
Ist Stuttgart nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking?
Dornbusch: Nein, es ist das Highlight. Bei Olympia dürfen wir nur mit drei Athletinnen starten, für viele unserer Fahrerinnen ist Peking also reine Illusion. Hier in Stuttgart richten sich die Blicke auf uns. Das beinhaltet natürlich auch das Risiko am Pranger zu stehen, wenn man einen schlechten Tag erwischt. Aber wir rechnen mit einer Medaille. Was sag’ ich: Das Ziel ist das WM-Trikot.
Obwohl sich ihre Formation (sechs Starterinnen im Straßenrennen, zwei im Zeitfahren) fast völlig neu zusammensetzt?
Dornbusch: Aus dem letzten WM-Kader sind vier nicht mehr dabei, aber unser Plus ist dennoch die Teamarbeit. Wir können viele Optionen ziehen.
Hanka Kupfernagel feierte ein bemerkenswertes Comeback. Funktionierte die Integration reibungslos, muss der Bundestrainer niemals „Zickenkriege“ schlichten?
Dornbusch: Natürlich gibt es mal Reibereien. Warum nicht? Aber ich traue es mir schon zu, eine eingeschworene Truppe an den Start zu schicken.
Wie beurteilen Sie den WM-Kurs?
Dornbusch: Im Frühjahr bin ich mit dem Auto durch Zufall über die Runde gefahren. Technisch anspruchsvoll, schwer, nichts für Sprinter. Da darf man die bekannten Favoritinnen vorne erwarten. Wie Titelverteidigerin Marianne Vos, Noemi Cantele oder Judith Arndt.
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