Wiener Blutbank-Affäre

Humanplasma-Chef weist alle Anschuldigungen zurück

16.01.2008  |  Wien/Hamburg (dpa/Ra) - In der Wiener Blutbank-Affäre hat der Geschäftsführer der ins Doping-Zwielicht geratenen Wiener Blutplasma-Firma Humanplasma alle gegen das Institut Humanplasma gerichteten Anschuldigungen zurückgewiesen. «Seit Bekanntwerden der Vorwürfe war noch kein einziger Ermittler bei uns, weder die Kriminalpolizei, noch ein Drogenfahnder», sagte Lothar Baumgartner (65). Ungeachtet aller Vorwürfe will der Mediziner nach eigenen Angaben vorläufig keine rechtlichen Schritte gegen die ARD einleiten. «So etwas läuft sich tot», meinte er.

Baumgartner betonte, im Zusammenhang mit Blutdoping habe er lediglich ein Mal Kontakt zu den Behörden gehabt. «Im vergangenen Sommer hatten wir eine Anfrage der Ermittler im Zusammenhang mit den Blutdoping-Vorwürfen (bei den olympischen Winterspielen in Turin). Dabei ging es um den Verbleib eines einzigen Blutbeutels aus einer Charge von 500 Stück. Und wir haben den Verbleib vollständig aufklären können.» Im Übrigen seien die Ermittler jederzeit in den Räumen seiner Wiener Zentrale willkommen, denn, so Baumgartner: «Das ist zwar nicht sehr schön, aber wir haben nichts zu verbergen.»

Der Humanplasma-Leiter bestritt, über die nötigen Geräte zu verfügen, die für Blutdoping eingesetzt werden können. Dies hatte der österreichische Doping-Chefermittler Richter Arnold Riebenbauer, angedeutet. «Wir haben vor Jahren mal solche Maschinen angeschafft, weil wir vor hatten, Blut zu importieren. Aber diese Geräte sind schon seit vier bis fünf Jahren nicht mehr vorhanden.» Baumgartner schloss aus, dass die vier Filialen der Wiener Firma für Blutdoping missbraucht wurden. «Diese Filialen bestehen erst seit einigen Monaten», sagte er. Insgesamt beschäftigt Humanplasma in der Wiener Zentrale zurzeit 20 Mitarbeiter. Dass sie ohne sein Wissen gehandelt haben könnten, bestreitet der Mediziner.

Die von der ARD im Zuge ihrer Veröffentlichungen genannten vier Radprofis Michael Rasmussen, Michael Boogerd, Denis Mentschow und Georg Totschnig hatten vehement bestritten, bei Humanplasma Blutdoping betrieben zu haben.

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