Profi-Radsport

Klöden und Contador dürfen nicht zur Tour

ASO: Wir wollen Astana nicht

13.02.2008 - (sid/dpa/Ra) - Der Veranstalter der Tour de France hat sich zu einem bisher einmaligen Schritt im Anti-Doping-Kampf entschlossen und den Astana-Rennstall von der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen.

Neben Vorjahressieger Alberto Contador fehlen damit am 5. Juli auch der Lausitzer Andreas Klöden, Zweiter 2004 und 2006, sowie der Tour-Dritte Levi Leipheimer, wenn die 95. Tour de France in der Bretagne gestartet wird.

"Durch das Team haben die Tour und der Radsport in den Jahren 2006 und 2007 großen Schaden erlitten. Gerade im vergangenen Jahr hat es das Vertrauen der Organisatoren missbraucht", hieß es in einer Mitteilung des Tour-Veranstalters Amaury Sports Organisation (ASO). „Es gibt keine Chance, dass Astana bei der Tour startet. Astana ist bei keinem der Rennen willkommen, die wir 2008 organisieren», sagte Sprecher Matthieu Desplats vom Tour-Veranstalter ASO der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Der Auschluss Astanas gelte für alle Rennen der ASO, beginnend mit der Frühjahrs-Fernfahrt Paris-Nizza (9. bis 16. März), auch für Klassiker wie Paris-Roubaix oder Lüttich-Bastogne-Lüttich. Die Nichtberücksichtigung eines Titelverteidigers war zuvor erst einmal 1953 erfolgt, allerdings aus anderem Grund. Der Italiener Fausto Coppi erhielt als Sieger von 1952 "wegen zu großer sportlicher Überlegenheit" keine Einladung.

Der von einem kasachischen Konsortium finanzierte Rennstall Astana mutierte in diesem Jahr zum Auffangbecken für Fahrer und Betreuer des aufgelösten Discovery-Teams. Der neue Teamchef Johann Bruyneel, der bereits Lance Armstrong zu sieben Tour-Erfolgen verhalf, brachte Contador sowie den Ex-Gerolsteiner-Profi Leipheimer mit. Dadurch galt die Mannschaft vom Papier her als heißester Anwärter auf den Tour-Sieg.

Der Neuanfang nach den Dopingfällen des vergangenen Jahres, als Matthias Kessler (Testosteron), Kapitän Alexander Winokurow und Andrej Kasheschkin (beide Blutdoping) des Dopings überführt wurden, hat nun einen beträchtlichen Rückschlag erlitten. Besonders bitter ist die Nachricht für Klöden, den jetzt eine Saison unter Ausschluss der Öffentlichkeit droht.

Die ASO schlägt die Tür für Astana jedoch nicht komplett zu. Man werde die Mannschaft in diesem Jahr genau beobachten. Sollte es keine Skandale und keinen Dopingverdacht geben, werde man eine Einladung in Zukunft wieder in Betracht ziehen. «Falls Astana ein Jahr lang in keinen Dopingfall verwickelt ist, werden wir den Fall neu betrachten“, hieß es.

Anfang Februar war Astana bereits bei der Team-Nominierung zum Giro d'Italia nicht berücksichtigt worden. Auch High Road sowie die französischen Teams Credit Agricole und Bouygues Telecom hatten keine Einladung erhalten.

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