Ullrich nimmt Tour-Sieg ins Visier

29.01.2001  | 

Bonn (dpa) - Rank und schlank, offensichtlich ohne ein Gramm Fett zu viel, zuversichtlich und Sieges gewiss: Jan Ullrich will im Jahr eins nach Olympia-Gold wieder als Triumphator über die Champs Elysees rollen. Das große Ziel des 27 Jahre alten Radprofis aus Merdingen hat ein festes Datum: den 29. Juli.

Nach zweiten Plätzen 1998 und 2000 sagte der Tour-de-France-Sieger von 1997 bei der Präsentation des neuen Teams Telekom in Bonn seinem vermeintlichen Hauptkonkurrenten Lance Armstrong den Kampf an: «Jedes Jahr, in dem ich die Tour nicht gewinne, ist ein verlorenes Jahr. Jetzt ist mal wieder ein Sieg fällig.»

Dabei wird Ullrich von einem prominenten Helfer begleitet und unterstützt: Kevin Livingston. Der Amerikaner, in letzter Minute Neuzugang im 25-köpfigen Rekord-Kader von Team-Manager Walter Godefroot und Sportdirektor Rudy Pevenage, gehörte in den beiden vergangenen Jahren zu den wichtigsten «Wasserträgern» seines Landsmanns Armstrong bei dessen Tour-Siegen.

Jan Ullrich präsentierte sich vor einem Großaufgebot von Medienvertretern gelöst und locker, scherzte mit seinen Mitfahrern und hat im Vergleich zu den vergangenen Jahren in seiner Vorbereitung nur eines geändert: «Ich habe über Weihnachten in Südafrika trainiert und bin nicht nach Hause gefahren. Ich bin zufrieden.» Ein medizinischer Check an der Universitäts-Klinik Freiburg soll demnächst letzte Aufschlüsse bringen, doch laut Mannschaftsarzt Lothar Heinrich läuft schon jetzt «alles nach Plan».

Saisonauftakt für Ullrich ist entweder die «Trofeo Luis Puig» am 25. Februar oder die Valencia-Rundfahrt vom 27. Februar bis 3. März. Das ist offen wie fast alles andere in der Planung Ullrichs, der außer der fest gebuchten «großen Schleife» vom 7. bis 29. Juli in Frankreich noch drei Rundfahrten bestreiten könnte: den Giro d`Italia (19. Mai bis 10. Juni), bei dem der Telekom-Express zum ersten Mal seit 1995 starten wird, die Deutschland-Tour vom 29. Mai bis 4. Juni oder auch die «Vuelta» vom 8. bis 30. September in Spanien. Im März will er sich entscheiden.

In der Mannschaft um Ullrich und Weltcupsieger Erik Zabel (Unna) herrscht großer Optimismus. «Jan hat die optimalen Domestiken, beispielsweise Kevin Livingston», sagte Godefroot. Auch Rudy Pevenage gab sich optimistisch: «Wir sind davon überzeugt, dass er die große Chance hat, die Tour zu gewinnen.» Wenn nicht wieder Krankheiten oder Verletzungen zu Handicaps werden. «Mal gucken, ob ich die eine oder andere Krankheit in diesem Jahr einfach überspringen kann», meinte Ullrich, der zehn Jahre nach der Gründung des deutschen Profi- Rennstalls am 21. Januar 1991 neben Zabel die großen Telekom- Hoffnungen trägt. Neu in der Mannschaft sind neben Livingston Doppel- Olympiasieger Robert Bartko, der Italiener Roberto Sgambelluri, Torsten Hiekmann und Andreas Klier.

Sie alle werden sich ihrem Kapitän unterwerfen, der trotz der Goldmedaille von Sydney nicht ganz zufrieden schien mit dem Jahr 2000 - wohl hauptsächlich deswegen, weil der Tour-Erfolg fehlte. Daraus machte der Weltmeister von 1999 im Einzelzeitfahren keinen Hehl. Doch die Last und der Druck sind groß: Neben dem Olympiasieg durch Ullrich, dem Gesamt-Weltcup für Zabel sowie Rundfahrtsiegen von Andreas Klöden, Alberto Elli und Georg Totschnig feierte das Team Telekom im vergangenen Jahr insgesamt 64 Erfolge.

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