Profi-Radsport

Bayern-Rundfahrt: Zweiter Etappensieg

Ciolek in Gelb, Blau und Weiß

30.05.2008 - Würzburg (rsn/dpa) - Zweiter Streich von Gerald Ciolek bei der Bayern-Rundfahrt: Der 21 Jahre High-Road-Sprinter hat die dritte Etappe über 189,5km von Donauwörth nach Würzburg gewonnen und damit seinen zweiten Tageserfolg bei dem fünf Etappen umfassenden Rennen gefeiert.

Ciolek, der sich am Vortag überraschend Olaf Pollack (Team Volksbank) hatte geschlagen geben müssen, siegte im Massensprint vor dem jungen Paul Voß (Team 3C Gruppe) und dem Italiener Luca Paolini (Aqua&Sapone). In der Gesamtwertung baute Ciolek seinen Vorsprung auf 17 Sekunden auf Fabian Wegmann (Gerolsteiner) aus. Dritter ist weiterhin der Niederländer Karsten Kroon (CSC). Beim vorentscheidenden Zeitfahren am Samstag in Bad Neustadt dürfte es Ciolek, der neben dem Gelben Trikot auch das Blaue Trikot des Punktbesten und das Weiße Trikot des besten Fahrers unter 24 Jahre trägt, aber schwer fallen, seine Führung zu verteidigen. „Natürlich wäre es schön, alle drei Trikots auch noch nach der Schlussetappe in Erlangen zu tragen“, sagte Ciolek nach dem Rennen. „Aber das Punktetrikot ist, denke ich, ein realistisches Ziel.“

Bestimmt wurde das Rennen bei erneut brütender Hitze von Daniel Becke (Thüringer Energie Team) und Kim Lachmann (Mapei Heizomat), die sich nach 65 km vom Hauptfeld abgesetzt hatten und einen Vorsprung von maximal 3:05 Minuten lange Zeit halten konnten. Nach einer Alleinfahrt über fast 100 km wurde das Duo aber 25 km vor dem Ziel wieder eingeholt. Auf den drei Schlussrunden durch die unterfränkische Metropole hatte der Deutsche Meister und Gesamtzweite Fabian Wegmann (Gerolsteiner) mit permanenter Tempoverschärfung einige Ausreißversuche verhindert.

Milram versuchte mehrmals vergeblich, das Feld auseinanderzufahren und den Dritten des Vortages, den Berliner Björn Schröder, in Position zu fahren. Im Massensprint am Würzburger Residenzplatz war dann aber Christian Knees als Vierter bestplatzierter Fahrer seines Teams. „Wir wollten heute für Niki und mich einen Vorsprung auf die Zeitfahrspezialisten im Feld herausfahren“, so der 27-jährige Euskirchener. „Dafür haben wir am Schluss richtig Tempo gemacht. Die Mannschaft hat Niki Terpstra und mich hervorragend unterstützt. Schade, dass wir uns am Ende nicht richtig absetzen konnten.“

Gute Aussichten auf den Gesamtsieg hat Gerolsteiner Kapitän Markus Fothen. Der 26-jährige Kaarster mischte im Finale ganz vorne mit und wurde hinter dem Berliner Robert Retschke (Mapei-Heizomat) Sechster. Fothen, dessen großes Saisonziel die Tour de France ist, liegt als Gesamtsiebter nur 25 Sekunden hinter Ciolek. Schärfste Konkurrenten des ausgewiesenen Zeitfahrspezialisten sind der Luxemburger Kim Kirchen (High Road) und der junge Niederländer Niki Terpstra (Milram), die beide 26 Sekunden Rückstand auf Ciolek aufweisen.

Gespannt sein darf man auf Paul Voß. Der 22-jährige Potsdamer verbesserte sich in der Gesamtwertung auf den vierten Platz und ist damit bestplatzierter Fahrer seines Teams. „Ich bin ein schneller Mann und komme auch gut über diese Berge hier“, so Voß nach dem Rennen. „Ich hätte gerne das Ding hier heute abgeschossen, ein Sieg gegen Ciolek wäre eine Sensation gewesen. Aber ich bin auch so sehr zufrieden. Im Zeitfahren will ich schneller als Gerald sein und meinen Platz unter den ersten Zehn der Gesamtwertung verteidigen.“

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