Wiederholungstäter

Hamilton akzeptiert achtjährige Dopingsperre

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Tyler Hamilton

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17.06.2009  |  (rsn/dpa) – Der US-Amerikaner Tyler Hamilton ist als Doping-Wiederholungstäter für acht Jahre und damit praktisch auf Lebenszeit gesperrt worden. Hamilton nannte die Sperre in einer Stellungnahme „unglücklich und entmutigend“, will aber nicht dagegen angehen.

Der 38 Jahre alte US-Straßenmeister war im Februar 2009 bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere positiv getestet worden, diesmal auf das Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA). Der ehemalige Teamkollege von Lance Armstrong hatte zugegeben, die Substanz wissentlich zu sich genommen zu haben. Sie sei in einem rezeptfreien Medikament enthalten gewesen, das er gegen seine Depressionen verwende, die sich durch seine Scheidung und die Brustkrebs-Erkrankung seiner Mutter verschlimmert hätten. Im April hatte Hamilton seinen Rücktritt vom Profiradsport bekannt gegeben.

"Ich bin nicht naiv. Ich habe gewusst, dass das Mittel auf der Verbotsliste steht. Daher muss ich alle Konsequenzen tragen", sagte Hamilton damals dem Internetportal "cyclingnews.com". "Es gibt für mich nichts mehr zu kämpfen. Ich muss mich vor allem um mich selbst und meine Depressionen kümmern."

Im Jahr 2004 war Hamilton sowohl bei den Olympischen Spielen von Athen als auch bei der Vuelta a España positiv auf Blutdoping getestet und für zwei Jahre gesperrt worden. Seinen Einspruch hatte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) zwar abgewiesen, seine im Zeitfahren gewonnene Goldmedaille durfte Hamilton wegen eines Fehlers bei der Lagerung der B-Probe aber behalten. Nach Ablauf seiner Sperre kam er zunächst beim russischen Team Tinkoff unter – das ihn aber wieder entließ, als bekannt wurde, dass er auch in den spanischen Fuentes-Dopingskandal verwickelt war.

Zur Saison 2008 unterschrieb er beim US-Team Rock Racing, in dessen Reihen mehrere weitere Fuentes-Kunden stehen, und holte sich im Sommer den nationalen Meistertitel im Straßenrennen. Hamilton machte sich als wichtiger Helfer von Lance Armstrong einen Namen und war bei drei von dessen sieben Toursiegen dabei. In den Jahren 2002/03 fuhr er für das dänische CSC-Team von Bjarne Riis, im Jahr 2004 wechselte er zum Schweizer Team Phonak, das nach einer ganzen Reihe von Dopingskandalen am Ende der Saison 2006 aufgelöst wurde.

Zu Hamiltons größten Erfolgen zählten Etappensiege bei der Tour (2003), dem Giro (2002) und der Vuelta (2004). Im Jahr 2000 gewann er die Dauphiné Libéré, in den Jahren 2003/04 zweimal die Tour de Romandie. Zudem triumphierte er 2003 beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Das jetzige Urteil sei eine Versicherung, dass Hamilton für den möglichen Rest seiner Karriere gesperrt sei, erklärte USADA-Chef Travis Tygart.

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