Profi-Radsport

Freiburg-Sieger Commesso unter Verdacht

18.03.2001 - Paris (dpa) - Zum Thema Doping produzierte der Radsport eine gute und eine schlechte Nachricht. Als zweiter Fachverband nach der internationalen Biathlon-Union wird auch die Dachorganisation UCI bei offiziellen Kontrollen auf der Suche nach dem als Blut-Doping-Mittel gebrauchten Hormon EPO die «Sydney- Methode» anwenden.

Zum ersten Mal beim zweiten Weltcup-Rennen, der Flandern-Rundfahrt am 8. April, wie UCI-Chef Hein Verbruggen mitteilte. Der Profi Salvatore Commesso, der im Vorjahr die Tour de France-Etappe in Freiburg gewann, steht unter Doping-Verdacht, dem Italiener droht eine Sperre von zwei Jahren.

Der 25-jährige Commesso sei, wie erst jetzt bekannt wurde, von seinem italienischen Team Saeco bereits seit dem 6. März gesperrt und erhält kein Gehalt mehr. Das Italienische Olympische Komitee (Coni) hat ein Disziplinar-Verfahren beantragt wegen vermutlichen Besitzes von Doping-Mitteln. Ermittler hatten im Mai 2000 in Commessos Auto eine Ampulle mit einem Doping-Präparat gefunden.

Nach Verbruggens Aussage in der Pariser Zeitung «Le Figaro» sollen bei der Flandern-Rundfahrt erstmals kombinierte Urin- und Blut-Kontrollen vorgenommen werden. Nach einer australischen und einer französischen Methode ist möglich, EPO auf die Spur zu kommen. Bei den Olympischen Spielen in Sydney wurden Athleten zum ersten Mal auf diese Weise getestet, ohne das vom IOC Ergebnisse veröffentlicht oder Sanktionen ausgesprochen wurden. Wie die UCI mit positiv getesteten Fahrern verfahren will, ließ Verbruggen noch offen. Am 1. April will der Anwalt aus den Niederlanden, der von konsequenten Anti-Doping- Kämpfern oft Kritik einstecken musste, weitere Details bekannt geben. «Jetzt müssen so viel andere Verbände wie möglich dem Beispiel der Biathleten und Radfahrer folgen», forderte Verbruggen.

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