Herzschlagfinale bei Tirreno-Adriatico

Garzelli fängt Scarponi noch ab

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Stefano Garzelli (Acqua e Sapone) tröstet Michele Scarponi (Androni) auf dem Podium von Tirreno-Adriatico. Foto: ROTH

16.03.2010  |  (rsn) – Stefano Garzelli (Acqua e Sapone) hat auf der letzten Etappe von Tirreno-Adriatico seinen Landsmann Michele Scarponi (Androni) noch aus dem Blauen Trikot gefahren. Der 36 Jahre alte Italiener sammelte in den beiden Zwischensprints des Tages zwei Zeitgutschriften von jeweils einer Sekunde und zog damit noch am Titelverteidiger vorbei. Garzelli und Scarponi waren nach sieben Etappen zeitgleich, aber dank der besseren Etappenplatzierungen gewann der Giro-Sieger von 2000 die 45. Auflage der Fernfahrt und drehte damit das Ergebnis des Vorjahres um.

Die letzte Etappe über 164 Kilometer von Civitanova Marche nach San Benedetto entschied der Norweger Edvald Boasson Hagen (Sky) vor den beiden Italienern Alessandro Petacchi (Lampre) und Sascha Modolo (Colnago) für sich. Der Österreicher Bernhard Eisel (HTC-Clumbia) wurde Vierter. Sein Teamkollege Mark Cavendish stürzte wenige Kilometer vor dem Ziel.

Zum dritten Mal in der Geschichte der italienischen Fernfahrt wurden zwei Fahrer zeitgleich gewertet, so dass am Ende die Tageswertungen entscheiden musste. Mit 12 Sekunden Rückstand auf die beiden Italiener schloss Weltmeister Cadel Evans das Rennen auf Platz drei ab.

Vierter wurde der Kasache Maxim Iglinskiy (Astana/+0:22) vor dem Niederländer Robert Gesink (Rabobank/+0:27) und dem Australier Michael Rogers (HTC-Columbia/+0:29), über den sich Scarponi nach der gestrigen Etappe bitterlich beschwert hatte. Angeblich hatte ihn Rogers bei der Zielankunft blockiert und so verhindert, dass er im Zielsprint zu Garzelli aufschließen konnte, so Scarponi, der sich auf der 6. Etappe die letztlich entscheidenden zwei Sekunden Rückstand eingehandelt hatte.

Als bester deutscher Fahrer belegte Markus Fothen (Milram) nach einer soliden Vorstellung Rang 17 im Gesamtklassement. Die Bilanz des deutschen ProTour-Teams fiel durchwachsen aus: Dem Etappensieg zum Auftakt durch Linus Gerdemann folgten Krankheits- und Sturzpech. Gerdemann musste wegen einer Magen-Darm-Infektion ebenso wie Johannes Fröhlinger aussteigen, ihr Teamkollege Fabian Wegmann zog sich bei einem Sturz einen Schlüsselbeinbruch zu.

Erfolglos verlief das Rennen auch für Cavendish. Er verfehlte nicht nur den angestrebten Etappensieg, sondern hatte am Dienstag im Finale sogar einen Sturz zu verdauen. Im Hinblick auf den ersten Frühjahrsklassiker in Mailand sind seine Aussichten wohl weiter geschrumpft. Ob er nach langwierigen Zahnproblemen – Cavendish trägt mittlerweile eine Zahnspange - in der Verfassung ist, seinen Vorjahreserfolg bei der „Classicissima“ zu verteidigen, ist fraglich.

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