Giro-Doping-Anhörung beginnt in Florenz

15.01.2002  |  Florenz (dpa) - Im Sitz der Gesundheitspolizei NAS in Florenz haben die ersten Anhörungen im Doping-Prozess als Folge der Razzia beim vergangenen Giro d`Italia begonnen. Staatsanwalt Luigi Bocciolini lud zuerst die italienischen Profis Dario Andreotti und Marco Magnani vor. Prominentere Radsportler, darunter eventuell auch Jan Ullrich, werden später erwartet.

Die Anhörungen sollen nach Informationen der italienischen Presse etwa einen Monat dauern. Vorgeladen werden Fahrer, Betreuer, Mediziner und Manager, insgesamt rund 90 verdächtige Personen. «Unter Umständen muss ich auch zur Anhörung. Das läuft alles über unseren italienischen Anwalt, der sich damit befasst und uns gemeinsam vertritt», erklärte Telekom-Teamarzt Lothar Heinrich. Bei dem Mediziner aus Freiburg waren bei der spektakulären Razzia am 6. Juni in San Remo Coffein-Tabletten - nach Heinrichs Darstellung zum Eigenbedarf nach einem Jet-Lag - sichergestellt worden. Bei Ullrich waren kortekoidhaltige Präparate, die auf der Doping-Liste stehen, gefunden worden. Allerdings waren dem Toursieger von 1997 die Einnahme der Medikamente wegen allergischen Asthmas gestattet worden.

Die inzwischen nicht mehr bei Telekom beschäftigten italienischen Profis Alberto Elli und Roberto Sgambelluri hatten wegen der Vorfälle beim Giro schon vor Wochen Vorladungen erhalten. Grundlage des Verfahrens gegen diese beiden und weitere Verdächtige sind das Doping-Gesetz Nr. 376 aus dem Jahr 2000 und das Gesetz gegen Sportbetrug Nr. 401 von 1979. Nach dem 22 Jahre alten Gesetz war der italienische Profi Marco Pantani im Vorjahr zu drei Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Im Berufungs-Verfahren war der Glatzkopf dann freigesprochen worden.

Pantani hatte zwar am 29. Dezember wegen der Giro-Ereignisse auch eine Vorladung aus Florenz erhalten, weil bei seinem Manager Roberto Pregnolato bei der Razzia unerlaubte Mittel gefunden worden waren. Der Giro- und Toursieger von 1998, zur Zeit im Trainingslager in Spanien, gehöre aber laut «Gazzetta dello Sport» wohl nicht zu denjenigen, die verhört würden.

Außerdem ging in Bologna der Prozess gegen Michele Ferrari in die zweite Sitzung. Dem Mediziner aus Ferrara wird vorgeworfen, Ausdauersportlern Doping-Mittel verschrieben zu haben. Zu seinen «Patienten» zählen der dreifache Toursieger Lance Armstrong (USA), Ex-Weltmeister Abraham Olano (Spanien), Axel Merckx (Belgien), Sechstage-Spezialist Andreas Kappes (Bremen) und zahlreiche italienische Rad-Profis.

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