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Zitat der Woche:
"Ich schaue nicht zurück im Zorn. Es war alles in Ordnung."
(Erik Zabel (Milram) nach dem Münsterland-Giro, seinem letzten Straßenrennen in Deutschland)
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13.04.2001 -
Berlin/Gent (dpa) - Die Telekom-Doppelspitze scheint für die Fahrt durch die «Hölle des Nordens» gerüstet. Erik Zabel mit Rang 53 bei der Flandern-Rundfahrt sowie Platz neun bei Gent-Wevelgem und Steffen Wesemann (12./3.) verzeichneten immerhin aufsteigende Tendenz für das dritte Weltcup-Rennen Paris-Roubaix.
Auch wenn bei den beiden Vorbereitungsrennen nicht alles nach Wunsch lief. Als wertvoller Helfer ist diesmal der in Flandern wohnende Münchner Andreas Klier wieder dabei, der zuletzt wegen einer Magen-Darm- Infektion schweren Herzens zwei Mal passen musste.
«Tschmil, Zanini, Wesemann, Zabel und Hincapie sind vielleicht die größten Favoriten für Paris-Roubaix», meinte Telekom-Manager Walter Godefroot, der das Höllen-Rennen 1969 gewann: «Seitdem hat sich für die Fahrer bis auf das Material nicht viel geändert. Es ist dieselbe Quälerei wie zu unserer Zeit. Wenn es regnet, musst du Artist sein oder noch besser Querfeldeinfahrer.» Keins der zehn Weltcup-Rennen ist so vom Glück abhängig wie der älteste Klassiker in Nordfrankreich, der zum 99. Mal ausgetragen wird.
Die Wetterprognosen sind nicht die besten. Seit dem Dauerregen der vergangenen Tage wird Wasser aus bis zu knietiefen Pfützen auf den Kopfsteinpflaster-Feldwegen abgepumpt. Die gefährlichen Pisten mit den Jahrhunderte alten «Paves» addieren sich in diesem Jahr auf 24 Sektoren mit einer Gesamtlänge von 47,3 km.
Wesemann, der im Finale von Gent-Wevelgem nach 215 km in einer fünfköpfigen Spitzengruppe hinter George Hincapie (USA) aus der Lance Armstrong-Mannschaft US Postal und Leon van Bon (Niederlande) Dritter wurde, träumt vom ersten deutschen Sieg in Roubaix seit 1896. Der erste Sieger des Rennens, das diesmal über 254,5 km führt, hieß Josef Fischer und stammte aus Cham. Der Bayer kassierte damals 1000 Francs Siegprämie, was etwa dem Dreifachen des Monatsgehalts eines Minenarbeiters entsprach.
Im Vorjahr hatte der vierfache Friedensfahrt-Sieger seine Chancen im Finale für Zabel geopfert, der sich als überraschender Dritter wertvolle Weltcup-Punkte holte, die mit dafür sorgten, dass er den «Pott» im Herbst mit nach Hause nehmen konnte. «Steffen hat das Zeug, in Roubaix zu gewinnen, seine Form ist top», meinte sein Trainer Thomas Schediwie. Wie in Flandern soll ihn bei Telekom auch keine taktische Zwangsjacke einengen. Teamchef Rudy Pevenage hofft in Roubaix auf den umgekehrten Effekt von Flandern: «So viel Pech gibt`s nicht noch einmal. Jetzt haben wir ein bisschen Glück verdient.»
Nach der Flandern-Rundfahrt hatte der dort zwei Mal gestürzte Zabel die Weltcup-Führung nach 55 Wochen an den punktgleichen Italiener Gianluca Bortolami verloren. Eine gute Platzierung bei der «Königin der Klassiker», wie die Franzosen ihren Osterausflug durchs Kohle-Revier nennen, ist ihm wichtiger, als auf Biegen und Brechen das weiße Trikot zurückzuerobern. Godefroot: «Erik hat es im Vorjahr gewonnen. Das Trikot kann auch eine große Belastung für den Fahrer und das Team sein. Das fällt jetzt weg, damit ist auch viel Druck von Erik genommen - das kann nur gut sein.»
Paris-Roubaix war für Jan Ullrich noch nie ein Thema. Der Kandidat für den zweiten Tour-Sieg zieht derzeit seine Trainingskreise im sonnigen Tessin, weil es im Schwarzwald heftig regnete und kühl war. Ullrich, dessen Vertragunterschrift bei Telekom nach Mitteilungen der Führungsetage bevorsteht, begeht sein deutsches Saison-Debüt einen Tag nach Paris-Roubaix am Ostermontag beim weniger spektakulären «Rund um Köln». Dort will der 27-jährige Olympiasieger nur «mitfahren» und einem Team-Kollegen zum Sieg verhelfen.
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