Ex-HTC-Teamchef kritisiert erneut die UCI

Aldag: "Ohne einen Ansatz von Demokratie"


HTC-Highroad-Teamchef Rolf Aldag | Foto: ROTH

11.01.2012  |  Berlin (dpa/rsn) – Rolf Aldag hat den Radsport-Weltverband UCI erneut massiv kritisiert und ihm mangelnden Willen zu Reformen sowie fehlende Glaubwürdigkeit im Anti-Doping-Kampf vorgeworfen.

Der frühere Teamchef von HTC-Highroad charakterisierte in einem Interview der Süddeutschen Zeitung die UCI unter Präsident Pat McQuaid als Verband „ohne einen Ansatz von Demokratie“. Zu Veränderungen sei keiner bereit. Der 43-Jährige bemängelte, „dass sich insgesamt nicht alles seriöser entwickelt, dass Verfahren und der Kampf gegen Doping nicht konsequenter angegangen werden“.

Aldag, der 2007 selbst Doping zu seinen aktiven Zeiten beim Telekom-Team eingeräumt hatte, nannte schon vor Monaten die Strukturen der UCI als Grund dafür, dass er sich nach dem Aus von HTC-Highroad Ende 2011 aus dem Radsport zurückgezogen hat. Der Westfale ist mittlerweile Triathlon-Funktionär und nur noch in beratender Funktion unter anderem für Tony Martin im Radsport aktiv.

Selbst die großen Dopingskandale um das Team Festina 1998 und den Doping-Arzt Eufemiano Fuentes im Jahr 2006 hätten die UCI nicht zum generellen Umdenken bewogen. Es sei „einfach ernüchternd, wenn so eine Chance vertan wird, 1998 und dann wieder 2006“, meinte Aldag.

Zum Dopingverfahren gegen Alberto Contador, der noch im Januar das Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS erwartet, meinte Aldag: „Das ist ein totales Desaster! Alle Leute, die bei der UCI persönliche Interessen haben, sind in die Entscheidung involviert, das kann nicht sein und ist nicht glaubwürdig.“

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour de Wallonie (2.HC, BEL)
  • Coppa Agostoni - Giro delle (1.1, ITA)
DATENSCHUTZ    |    KONTAKT    |    IMPRESSUM