Profi-Radsport

Verbrugghe gewinnt Fleche Walonne - Jaksche 3.

18.04.2001 -

Huy (dpa) - Der Ansbacher Jörg Jaksche fuhr nur um zehn Sekunden am Sieg beim belgischen Rad-Klassiker Fleche Wallonne vorbei. Sieger der 65. Auflage wurde nach 198 Km der Vorjahres-Zweite Rik Verbrugghe, der für den 36. belgischen Erfolg bei dem Rennen sorgte.

Der drittplatzierte Jaksche, der im Vorjahr noch für Telekom fuhr und jetzt sein Geld bei Once in Spanien verdient, bestätigte seine starke Frühjahrs-Form, die er schon bei Paris-Nizza aufblitzen ließ. Der Ansbacher ist damit am 22. April auch ein Kandidat für das vierte Weltcup-Rennen Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Die vier Erstplatzierten waren aus einer zwölfköpfigen Spitzengruppe übrig geblieben. Jaksche war mit den «Flüchtlingen» fast 180 Km allein unterwegs. Der bärenstarke Verbrugghe hatte sich im Finale alleine aus einer Verfolgergruppe an die Führenden herangekämpft und ließ der Konkurrenz auch am Schlussanstieg mit der bis zu 20-prozentigen Steigung an der «Mauer von Huy» keine Chance. Die Telekom-Topfahrer Erik Zabel (Unna), Steffen Wesemann (Wolmirstedt) und Jan Ullrich (Merdingen) waren nicht am Start. Sie sind zur gleichen Zeit bei der kleinen norditalienischen Rundfahrt Lombardische Woche im Einsatz.

Demonstranten hatten das Rennen nach 71 Km bei der ersten von drei Passagen über die «Mauer von Huy» gestoppt. Eine Spitzengruppe von zwölf Fahrern, in der mit Grischa Niermann (Hannover) und Jaksche auch zwei Deutsche fuhren, wurde von Angestellten einer Reifenfabrik angehalten. Einige Fahrer lieferten sich mit den Demonstranten ein Handgemenge. Sicherheitskräfte sorgten dafür, dass das Rennen nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt werden konnte. Der Rennleiter Jean-Marie Leblanc (Frankreich), auch Chef der Tour de France, hielt das Feld drei Minuten an, damit der alte Abstand zwischen Ausreißern und Verfolgern wieder hergestellt war.

Nach 64 Tagen feierte Laurent Jalabert (Frankreich) ein Comeback. Der Franzose war in seinem Haus in Genf von der Leiter gestürzt und hatte sich am Rücken verletzt. Jalabert ist die große Hoffnung im neuen Team des ehemaligen Tour-Siegers Bjarne Riis. Der World-Online- Teamchef aus Dänemark hofft auf eine der vier Wild Cards für die Tour de France, die am 2. Mai vergeben werden. Nach gesundheitlichen Rückschlägen war nach 14-tägigem Trainingslager auch Andreas Klöden wieder am Start. Der Berliner, der im Juli zum ersten Mal bei der Tour starten soll, wies verständlicherweise noch einen großen Rückstand auf und fiel schnell zurück.

Das vierte Weltcup-Rennen der Frauen auf einem verkürzten Kurs gewann die Italienerin Fabiana Luperini. Trixi Worrack aus Cottbus wurde nach 93,5 km Dritte.

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